Trump will Mercedes in die USA holen – Konzern bleibt standhaft

Berlin / München – Die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ist erneut von wirtschaftlichem Nationalismus geprägt. Im Mittelpunkt steht dabei auch der deutsche Autobauer Mercedes-Benz, den Washington mit Steuererleichterungen und politischem Druck zur Verlagerung seines Hauptsitzes in die Vereinigten Staaten bewegen wollte. Doch der Traditionskonzern lehnte entschieden ab.

Ein verlockendes Angebot – und eine klare Absage

Wie Konzernchef Ola Källenius bestätigte, versuchte US-Handelsminister Howard Lutnick, Mercedes mit umfangreichen steuerlichen Vergünstigungen und wirtschaftlichen Anreizen für einen Umzug in die USA zu gewinnen.

Doch die Antwort aus Stuttgart fiel eindeutig aus. In einem Interview mit Bloomberg erklärte Källenius:

„Mercedes ist seit über hundert Jahren ein globales Unternehmen – aber unsere Wurzeln liegen in Schwaben. Diese Wurzeln kann und sollte man nicht ausreißen.“

Amerikanischer Druck auf internationale Autobauer

Laut Berichten des Fachportals CarScoops wurde das Angebot bereits vor rund einem Jahr unterbreitet, zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit. Zeitgleich erhöhte Washington den Druck auf ausländische Autohersteller durch angedrohte Strafzölle und handelspolitische Maßnahmen.

Ziel der US-Regierung ist es, Produktionskapazitäten, Arbeitsplätze und Konzernzentralen verstärkt in die Vereinigten Staaten zu holen. Mercedes jedoch verweigerte sich dieser Strategie.

Trump und Mercedes – ein angespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Mercedes-Benz gilt seit Jahren als schwierig. Bereits während seiner ersten Amtszeit kritisierte Trump offen die Präsenz deutscher Luxusmarken auf der Fifth Avenue in New York.

In seiner zweiten Amtszeit setzte der US-Präsident jedoch auf einen anderen Kurs: Statt öffentlicher Kritik versuchte er es mit wirtschaftlichen Anreizen. Nach Einschätzung des Magazins Auto Motor und Sport blieb dieser Strategiewechsel bislang erfolglos.

„Deutsche Standhaftigkeit“ als Signal

Mehrere europäische Medien sprechen inzwischen von einer bewussten Demonstration industrieller und politischer Standfestigkeit. Mercedes betont seine internationale Ausrichtung, sieht seine Identität jedoch untrennbar mit Deutschland verbunden.

Gerade in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen sendet der Konzern damit ein klares Signal: Global präsent – aber strategisch fest in Europa verankert.

Starke Präsenz in den USA bleibt bestehen

Trotz der Absage an einen Umzug ist Mercedes weiterhin stark in den USA vertreten. Der Konzern betreibt dort mehr als ein Dutzend Standorte.

  • Hauptsitz von MBUSA nahe Atlanta, Georgia
  • Forschungszentren im Silicon Valley
  • Produktionswerk in Tuscaloosa, Alabama seit 1995

Allein in Alabama beschäftigt Mercedes rund 6000 Mitarbeiter. Seit der Eröffnung wurden dort über vier Millionen Fahrzeuge produziert – überwiegend SUVs für den Weltmarkt.

Fazit: Identität schlägt Steueranreize

Der Versuch der Trump-Regierung, Mercedes-Benz in die USA zu holen, scheiterte nicht an fehlenden Angeboten, sondern an einer klaren Haltung des Konzerns.

Mercedes zeigt damit, dass wirtschaftlicher Erfolg, industrielle Identität und politische Unabhängigkeit nicht zwangsläufig verhandelbar sind – selbst im harten globalen Wettbewerb.

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