Geldvermögen deutscher Haushalte steigt erstmals über 10 Billionen Euro
Berlin. Trotz anhaltender wirtschaftlicher Schwächephasen hat das Geldvermögen der deutschen Haushalte im Jahr 2025 einen historischen Höchststand erreicht. Erstmals überschritt das gesamte Finanzvermögen die Schwelle von 10 Billionen Euro – ein Zeichen für die weiterhin hohe Sparneigung in Deutschland.
Deutlicher Vermögenszuwachs trotz Konjunkturflaute
Nach aktuellen Berechnungen der DZ Bank wuchs das nominale Geldvermögen im Vergleich zu 2024 um etwas mehr als sechs Prozent. In absoluten Zahlen entspricht dies einem Zuwachs von rund 600 Milliarden Euro, womit das Gesamtvermögen auf 10,03 Billionen Euro anstieg.
Diese Entwicklung überrascht vor dem Hintergrund eines weiterhin stagnierenden Wirtschaftswachstums, unterstreicht jedoch die strukturell hohe Sparorientierung der privaten Haushalte.
Ausblick 2026: Wachstum trotz geringerer Börsengewinne
Der Ökonom Michael Stappel, der die Vermögensdaten für die DZ Bank halbjährlich erhebt, rechnet auch für 2026 mit weiterem Wachstum. Demnach könnte das Geldvermögen um rund fünf Prozent zulegen und die Marke von 10,5 Billionen Euro erreichen.
Zwar erwartet Stappel geringere Kursgewinne an den Aktienmärkten sowie einen leichten Rückgang der Sparquote, dennoch dürfte das absolute Sparvolumen auf dem Niveau des Vorjahres verharren.
Sparquote bleibt historisch hoch
Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Sparquote im ersten Halbjahr 2025 bei 10,3 Prozent lag. Das bedeutet: Von jeweils 100 Euro verfügbarem Einkommen wurden im Schnitt 10,30 Euro zurückgelegt – rund 270 Euro pro Monat je Person.
Für das Gesamtjahr erwartet die DZ Bank eine Sparquote von 10,4 Prozent. Zwar liegt dieser Wert unter dem Niveau von 2024 (11,2 Prozent), bleibt jedoch deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.
Aktienmärkte als wichtiger Vermögenstreiber
Traditionell bevorzugen deutsche Sparer sichere Anlageformen wie Bankeinlagen mit niedrigen Zinsen. Dennoch profitierten jene Haushalte, die in Aktien und Fonds investierten, erneut deutlich.
Bereits im dritten Jahr in Folge trugen steigende Börsenkurse erheblich zum Vermögenszuwachs bei: Allein Aktien und Investmentfonds erhöhten das Geldvermögen der Haushalte um rund 290 Milliarden Euro.
Ungleiche Verteilung des Finanzvermögens
In die Berechnungen der DZ Bank fließen Bargeld, Bankguthaben, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen ein. Immobilienvermögen bleibt dabei unberücksichtigt.
Frühere Daten der Deutschen Bundesbank zeigen jedoch eine deutliche Schieflage bei der Vermögensverteilung: Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besitzen etwa die Hälfte des gesamten Geldvermögens, während rund 20 Millionen Haushalte am unteren Ende lediglich acht Prozent auf sich vereinen.
Einordnung in den gesamtwirtschaftlichen Kontext
Die Entwicklung des privaten Geldvermögens steht im Kontrast zur gesamtwirtschaftlichen Lage, die weiterhin von Unsicherheit geprägt ist. Mehr zur wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland lesen Sie hier:
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Fazit
Der Anstieg des Geldvermögens auf über zehn Billionen Euro markiert einen historischen Meilenstein für deutsche Haushalte. Gleichzeitig offenbart er strukturelle Ungleichgewichte und wirft die Frage auf, wie nachhaltig dieser Trend in einem weiterhin schwachen wirtschaftlichen Umfeld ist.




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