Steigende Unternehmensinsolvenzen in Deutschland 2026 analysiert
Die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland haben im Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen. Nach Angaben des Halle-Instituts für Wirtschaftsforschung (HWWI) wurden im vergangenen Monat 1.391 Insolvenzen registriert, was einem Rückgang von 8 % gegenüber Dezember 2025 entspricht, jedoch eine Steigerung von 4 % im Vergleich zu Januar 2025 darstellt.
Betroffene Arbeitsplätze und Branchen
Die Insolvenzen im Januar führten laut HWWI zu Verlusten von rund 17.000 Arbeitsplätzen in den größten 10 % der betroffenen Unternehmen. Dies entspricht einem Anstieg von 10 % gegenüber dem Vormonat und 18 % im Vergleich zum Vorjahr. Betroffen waren vor allem große Unternehmen aus den Bereichen Personaldienstleistungen, Autovermietung und Gebäudemanagement.
Die steigende Zahl der Insolvenzen hat soziale Auswirkungen: Millionen Menschen in Deutschland könnten von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sein, sollte sich der Trend fortsetzen.
Prognose für das erste Quartal 2026
Experten des HWWI gehen davon aus, dass die Insolvenzzahlen im Februar und März weiterhin hoch bleiben werden, mit einer möglichen Stabilisierung ab April. Das Institut sammelt seit 2020 kontinuierlich Daten zu Unternehmensinsolvenzen in Deutschland, um wirtschaftliche Entwicklungen besser abzubilden.
Indikatoren des Ifo-Instituts
Das Ifo-Institut meldet positive Signale für die deutsche Wirtschaft: Der Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten stieg zum dritten Mal in Folge leicht auf 83,6 %. Laut Timo Volmersheiser, Leiter der Konjunkturprognosen, deutet dies auf einen möglichen Beginn der Erholung hin, auch wenn der Wert noch unter dem langfristigen Mittel von 85,8 % liegt.
Entwicklung nach Sektoren
Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Wirtschaftszweigen:
- Industrie: Auslastung bei 77,5 %, unter dem langfristigen Durchschnitt von 83,2 %.
- Baugewerbe: 66,6 %, ebenfalls unter dem Mittelwert von 69,4 %, beeinflusst durch ungünstige Witterungsbedingungen.
- Dienstleistungen: 89,5 %, über dem langfristigen Durchschnitt, gestützt durch positive Bewertungen von Unternehmern.
Interpretation und wirtschaftliche Bedeutung
Die steigenden Insolvenzen deuten auf anhaltende Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft hin, insbesondere in kapitalintensiven Branchen wie Industrie und Bau. Gleichzeitig zeigt der Dienstleistungssektor Widerstandskraft und trägt zur Stabilisierung der Gesamtwirtschaft bei.
Experten warnen, dass hohe Insolvenzzahlen kurzfristig zu sozialen Spannungen führen könnten, während mittelfristig strukturelle Anpassungen notwendig sind, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu sichern. Investitionen in Innovationen und Digitalisierung gelten als Schlüssel zur nachhaltigen Erholung.
Politische und gesellschaftliche Dimension
Die Bundesregierung steht vor der Herausforderung, insolvente Unternehmen zu begleiten, Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig Anreize für nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu setzen. Maßnahmen könnten die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), steuerliche Entlastungen und Unterstützung bei digitalen Transformationsprozessen umfassen.
Ausblick 2026
Die kommenden Monate werden entscheidend sein: Die Wirtschaft wird sich weiterhin zwischen Stabilisierung und Unsicherheit bewegen. Experten gehen davon aus, dass eine spürbare Entspannung der Insolvenzzahlen ab April möglich ist, vorausgesetzt, strukturelle Anpassungen werden umgesetzt und die Nachfrage stabilisiert sich.



