Der Fluch der Teranga-Löwen verfolgt Salahs Ägypten weiter
Tanger. Es ist ein Déjà-vu, das die ägyptischen Fans nur zu gut kennen. Die Nationalmannschaft des Senegal hat erneut den Traum der „Pharaonen“ vom Afrikameistertitel beendet. Im Halbfinale des Afrika-Cups 2025 setzte sich der Titelverteidiger am Mittwochabend knapp, aber verdient mit 1:0 gegen Ägypten durch.
Mané entscheidet ein taktisch geprägtes Duell
Vor mehr als 52.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion von Tanger erzielte Sadio Mané in der 78. Minute den entscheidenden Treffer. Ein kraftvoller Abschluss, der Torhüter Mohamed El-Shenawy keine Chance ließ – und gleichzeitig alte Wunden bei den Ägyptern wieder aufriss.
Mit diesem Sieg zieht Senegal unter Trainer Pape Thiaw ins Finale ein und wartet dort auf den Gewinner des zweiten Halbfinals zwischen Marokko und Nigeria.
Finale 2021 lässt grüßen: Senegals psychologischer Vorteil
Spätestens seit dem verlorenen Endspiel 2021 scheint Senegal für Ägypten – und insbesondere für Mohamed Salah – zu einem echten Angstgegner geworden zu sein. Auch diesmal fand das ägyptische Team kaum Mittel gegen die kompakte Defensive und das kontrollierte Aufbauspiel der „Teranga-Löwen“.
Der letzte ägyptische Titelgewinn datiert weiterhin aus dem Jahr 2010. Seitdem bleibt der Kontinentalkronen-Traum unerfüllt.
Erste Halbzeit: Kontrolle ohne Risiko
Die Partie begann mit großer taktischer Disziplin auf beiden Seiten. Ägypten zog sich tief zurück, schloss die Räume und überließ Senegal weitgehend den Ballbesitz. Offensivaktionen der „Pharaonen“ blieben rar, während Senegal geduldig versuchte, Lücken zu finden.
Eine frühe Verwarnung für Hossam Abdelmaguid sowie vereinzelte Distanzschüsse der Senegalesen prägten eine chancenarme erste Halbzeit.
Schlüsselmoment: Verletzung von Koulibaly
Ein Wendepunkt war die verletzungsbedingte Auswechslung von Senegals Abwehrchef Kalidou Koulibaly in der 19. Minute. Dennoch blieb die Defensive stabil – ein Beleg für die Tiefe und Reife des senegalesischen Kaders.
Zweite Halbzeit: Ägypten mutiger – Senegal eiskalt
Mit der Einwechslung von Trézéguet erhöhte Ägypten nach der Pause das Tempo. Kurzzeitig wirkte das Spiel der Nordafrikaner direkter, doch klare Torchancen blieben Mangelware.
Senegal lauerte geduldig – und schlug schließlich zu. Manés Treffer war das Resultat permanenter Präsenz und höherer Effizienz im letzten Drittel.
Das Tor des Abends – festgehalten auf X (Twitter)
ساديو ماني يفتتح التسجيل للسنغال من تسديدة قوية ⚽️🇸🇳
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#مصر_السنغال
pic.twitter.com/j950OPC0BA— beIN SPORTS (@beINSPORTS)
January 14, 2026
Ägyptens Offensive bleibt zu harmlos
Trotz später Wechsel – unter anderem mit Ahmed Zizo und Mostafa Mohamed – fehlte es den Ägyptern an Durchschlagskraft. Eine vergebene Kopfballchance kurz vor Schluss blieb die beste Möglichkeit auf den Ausgleich.
Fazit: Senegal reif für den Titel
Der erneute Erfolg gegen Ägypten unterstreicht die Entwicklung Senegals zur konstanten Spitzenmannschaft Afrikas. Taktische Reife, individuelle Klasse und mentale Stärke machen die „Teranga-Löwen“ erneut zu einem ernsthaften Titelkandidaten.
Für Mohamed Salah und seine Mitspieler bleibt hingegen die bittere Erkenntnis: Der Weg zurück an Afrikas Spitze führt weiterhin über ihren größten Rivalen.



