Mindestlohn 2026: Viele Deutsche sehen Nachholbedarf

Der geplante Mindestlohn in Deutschland sorgt weiter für Diskussionen. Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) halten rund 40 Prozent der Deutschen den für 2026 vorgesehenen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde für zu niedrig oder sogar deutlich zu niedrig. Die Zahlen verdeutlichen, dass ein großer Teil der Bevölkerung Zweifel daran hat, ob die geplante Anhebung ausreicht, um den steigenden Lebenshaltungskosten zu begegnen.

Geteilte Meinungen in der Bevölkerung

Während vier von zehn Befragten mehr Lohnspielraum nach oben sehen, bewertet etwa ein Viertel der Teilnehmer das geplante Niveau als angemessen. Demgegenüber stehen 17 Prozent, die den künftigen Mindestlohn für zu hoch oder leicht überzogen halten. Die Umfrage wurde zwischen dem 8. und 10. Dezember durchgeführt und umfasste 2101 Personen ab 18 Jahren aus ganz Deutschland.

Schrittweise Erhöhung ab Januar

Ab dem 1. Januar steigt der gesetzliche Mindestlohn zunächst auf 13,90 Euro pro Stunde. Ein weiterer Schritt ist bereits beschlossen: Ab 2027 soll der Stundenlohn auf 14,60 Euro anwachsen. Zum Vergleich: Der aktuelle Mindestlohn liegt noch bei 12,82 Euro. Parallel dazu werden die Verdienstgrenzen für sogenannte Minijobs angepasst.

Minijobs: Mehr Spielraum, aber wenig Wechselbereitschaft

Mit Beginn des neuen Jahres erhöht sich die monatliche Verdienstgrenze für geringfügige Beschäftigungen von 538 auf 603 Euro. Diese Einkünfte bleiben weiterhin steuerfrei. Dennoch zeigt die Umfrage, dass diese Neuerung für die meisten Arbeitnehmer kein Anreiz ist, ihre Arbeitszeit im Hauptjob zu reduzieren.

So gaben 66 Prozent der Befragten an, dass ein Wechsel in eine steuerfreie Nebentätigkeit für sie selbst unter den neuen Bedingungen nicht infrage kommt. Lediglich 14 Prozent ziehen diesen Schritt in Erwägung, während 4 Prozent konkret planen, ihre Arbeitszeit entsprechend anzupassen. Weitere 7 Prozent arbeiten bereits nach diesem Modell.

Zwischen Entlastung und Kritik

Die Ergebnisse zeigen ein ambivalentes Bild: Einerseits bringt die Mindestlohnerhöhung spürbare Verbesserungen für viele Beschäftigte, andererseits bleibt bei einem großen Teil der Bevölkerung der Eindruck bestehen, dass die Anpassungen nicht ausreichen, um Inflation und steigende Fixkosten vollständig auszugleichen. Die Debatte um Löhne, Kaufkraft und soziale Gerechtigkeit dürfte damit auch 2026 ein zentrales Thema bleiben.

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