Bluttests erkennen Krebs früh: Revolution im Gesundheitswesen
Berlin – Die Früherkennung von Krebs erlebt einen radikalen Wandel: Multi-Cancer Early Detection (MCED)-Tests, die freies zelluläres DNA (cfDNA) im Blut und Künstliche Intelligenz (KI) analysieren, ermöglichen die Entdeckung von Tumoren, bevor Symptome auftreten. Diese Innovation könnte die öffentliche Gesundheitsvorsorge weltweit revolutionieren.
Neue klinische Ergebnisse
Grail Bio veröffentlichte 2026 die Ergebnisse ihres Bluttests „GALLERY“, der über 50 Krebsarten mittels Flüssigbiopsie erkennen kann. Die Genauigkeit bei der Lokalisierung des Tumors wurde im Vergleich zu vorherigen Versionen deutlich verbessert. Die Analyse erfolgt durch spezielle Algorithmen des maschinellen Lernens, die DNA-Fragmente von Tumorzellen identifizieren und so die Entdeckung in frühen Stadien ermöglichen, wo Heilungschancen am höchsten sind.
Wissenschaftliche Einschätzungen
In einer Publikation der The Lancet Oncology beschreiben Experten die MCED-Tests als potenzielle Revolution in der öffentlichen Gesundheitsvorsorge. Trotz des hohen Potenzials bestehen noch Herausforderungen hinsichtlich klinischer Genauigkeit, Kosten und Integration in bestehende Screening-Programme. Die Tests könnten dazu beitragen, Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock- oder Leberkrebs zu erkennen, die aktuell nicht routinemäßig untersucht werden.
Erste nationale Pilotprojekte
Die NHS England startet derzeit ein landesweites Pilotprojekt, um die Wirkung der Tests auf die Früherkennung und die Verringerung der Krebstodesfälle zu bewerten. Hunderttausende Teilnehmer werden in die Studie einbezogen, um Nutzen, Belastungen und ökonomische Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu prüfen.
KI und molekulare Medizin
Forschungen, unter anderem auf ScienceDirect, zeigen, dass KI in Kombination mit cfDNA-Analysen Muster erkennt, die menschlichen Experten entgehen. Dies ermöglicht präzisere Prognosen über Tumorstandorte und Behandlungsergebnisse. Experten betonen, dass die Integration von KI in die molekulare Medizin die Früherkennung und Prävention revolutionieren und Kosten sowie Mortalitätsraten signifikant senken könnte.
Chancen und Herausforderungen
Die Experten warnen vor Risiken wie falsch-positiven Befunden, psychischem Stress für Patienten und hohen Kosten bei großflächigen Screenings. Gleichzeitig betonen sie, dass diese Tests traditionelle Methoden wie Mammographie oder Koloskopie nicht ersetzen, sondern ergänzen werden.
Ein Schritt in Richtung präventiver Medizin
Die neuen MCED-Tests markieren einen Paradigmenwechsel: weg von einer reaktiven Behandlung hin zu proaktiver Prävention. Mit sinkenden Kosten für Genom-Sequenzierung und Fortschritten in der KI könnten solche Tests innerhalb des nächsten Jahrzehnts die Struktur von Gesundheitssystemen weltweit nachhaltig verändern.
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