Herbst und Winter: Erkältung oder Grippe – worin liegt der Unterschied?

Mit den kühleren Monaten kehren die Atemwegsviren zurück und verursachen bei vielen Menschen Beschwerden. Dabei ist es nicht immer einfach, Erkältung und Grippe auseinanderzuhalten – ein entscheidender Unterschied, besonders für Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke.

Ähnlichkeiten und Unterschiede

Beide Erkrankungen beginnen oft mit ähnlichen Symptomen: laufende Nase, Niesen, Husten und gelegentlich leichtes Fieber. Dennoch unterscheiden sich der Verlauf und die Intensität:

  • Erkältung: Langsamer Beginn, milde bis moderate Symptome, selten ernsthafte Komplikationen, meist innerhalb weniger Tage abgeklungen.
  • Grippe: Plötzlicher Beginn, hohes Fieber, starke Gliederschmerzen, ausgeprägte Müdigkeit. Kann zu Lungenentzündungen oder schwerwiegenden Komplikationen führen, besonders bei Risikogruppen.

Ursachen: verschiedene Viren

Erkältungen werden durch zahlreiche Viren ausgelöst, vor allem Rhinoviren. Die Grippe hingegen wird durch bestimmte Influenza-Viren verursacht, deren Stämme sich jährlich ändern. Daher ist die jährliche Grippeimpfung essenziell, um Schutz zu gewährleisten.

Warum ist die Grippe gefährlich?

Laut der Weltgesundheitsorganisation führt die saisonale Grippe jährlich zu Millionen schwerer Erkrankungen und Hunderttausenden Todesfällen weltweit. Die Hauptgefahren:

  • Schnelle Ausbreitung über Tröpfcheninfektion
  • Schwächung des Immunsystems, was sekundäre bakterielle Infektionen begünstigt
  • Besonders starkes Risiko für vulnerable Gruppen wie Kinder, Senioren und chronisch Kranke

Behandlung und Prävention

Es gibt kein Medikament, das Viren direkt abtötet. Die Maßnahmen unterscheiden sich je nach Erkrankung:

  • Erkältung: Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und symptomatische Behandlung
  • Grippe: Antivirale Medikamente können die Symptome abschwächen, wenn frühzeitig angewendet, insbesondere bei Risikopatienten
  • Mittel gegen Bakterien (Antibiotika) sind bei beiden Krankheiten wirkungslos, da sie viral verursacht werden

Präventive Maßnahmen umfassen:

  • Regelmäßiges Händewaschen
  • Vermeidung von Kontakt bei Krankheitsanzeichen
  • Regelmäßiges Lüften geschlossener Räume
  • Jährliche Grippeimpfung, besonders für Risikogruppen

Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?

Ein Arztbesuch ist ratsam bei:

  • Anhaltend hohem Fieber
  • Atembeschwerden oder Brustschmerzen
  • Verschlechterung des Zustands bei Kindern oder älteren Menschen

Die Unterscheidung zwischen Erkältung und Grippe hilft nicht nur bei der richtigen Behandlung, sondern auch beim Schutz gefährdeter Personen und beim korrekten Einsatz von Medikamenten.

Weiterführende Informationen:

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein