Deutschland prüft Goldreserven in New York: Transatlantische Spannungen nehmen zu

Inmitten der Unsicherheiten über die US-Politik von Präsident Donald Trump wächst in Deutschland der Ruf, einen großen Teil der Goldreserven aus New York zurückzuholen. Etwa 37% der deutschen Goldreserven, über 1230 Tonnen, lagern im Federal Reserve Bank in New York.

Deutsche Goldbarren in New Yorker Federal Reserve

Politische Stimmen fordern Rückholung

Mary-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Union, sagte der Spiegel: „Angesichts der wachsenden globalen Unsicherheit und der unvorhersehbaren US-Politik von Präsident Trump gibt es keinen Grund, dass rund 37% der deutschen Goldreserven in New York bleiben.“

Sie fügte hinzu: „Während des Kalten Krieges war es vielleicht sinnvoll, einen großen Teil nationaler Vermögenswerte in den USA zu lagern. Die geopolitische Lage hat sich jedoch radikal verändert.“

Gold als Sicherheits- und Stabilitätsanker

Katarina Beck, Sprecherin der Grünen für Finanzangelegenheiten im Bundestag, betonte: „Goldreserven sind ein zentraler Pfeiler für Stabilität und Vertrauen.“ Sie warnte davor, dass die Reserven als Druckmittel in geopolitischen Konflikten missbraucht werden könnten.

Hintergrund: Warum Gold außerhalb Deutschlands?

Die Lagerung der Goldreserven in den USA und Großbritannien geht auf die 1950er-Jahre zurück. Nach dem Wirtschaftswunder wuchs die Bundesbank-Reserve stark an, und ein großer Teil wurde im Federal Reserve Bank in New York gesichert.

Aktuelle Zahlen der Goldreserven

OrtGoldmenge (Tonnen)Anteil (%)
Frankfurt171051%
New York123637%
London40512%

Transparenzmaßnahmen der Bundesbank

Die Bundesbank führte zwischen 2013 und 2017 Rücktransporte durch, um die Goldreserven sichtbar zu machen. 2015 veröffentlichte sie zudem ein 2400-seitiges Dokument mit allen gelisteten Barren zur öffentlichen Einsicht.

Quellen & Weiterführende Informationen

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