Jahr 2025: Globale Wirtschaft unter Druck

Das Jahr 2025 war für die Weltwirtschaft von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Von Handelskonflikten und ungleichen Wachstumsraten bis hin zu Inflations- und Schuldenängsten – die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Experten erwarten, dass 2026 ähnliche Belastungen mit sich bringen wird.

Handelsstreitigkeiten und US-Zölle

Ein zentrales Thema bleibt die Handelspolitik der Vereinigten Staaten. Im April 2025 überraschte Präsident Donald Trump mit der Einführung neuer Zölle, die auf eine Neuordnung globaler Handelsströme und die Reduzierung des US-Handelsdefizits abzielten. Dies führte zu Marktturbulenzen und Anpassungen in den Lieferketten. Trotz teilweiser bilateraler Abkommen stieg der durchschnittliche US-Zollsatz von 2,5 % auf 17,9 %, der höchste Wert seit 1934.

Die US-Gerichte werden im kommenden Jahr über die Rechtmäßigkeit dieser Zölle entscheiden. Beobachter erwarten, dass die Supreme Court-Entscheidung die bisherigen Urteile stützt, die die Trump-Zölle als ungesetzlich bewerteten. Selbst bei einer Aufhebung könnten alternative Maßnahmen ergriffen werden, sodass Zölle auch 2026 ein dominierendes Thema bleiben.

US-China: Ein fragiler Waffenstillstand

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China bleibt bestehen. Obwohl der Oktober-Treff zwischen Trump und Präsident Xi Jin ping zu einer 12-monatigen Waffenruhe führte, bestehen weiterhin strategische Spannungen. Analyst Rajiv Biswas beschreibt den Deal als „Waffenstillstand, nicht langfristigen Frieden“. Der Wettbewerb erstreckt sich insbesondere auf Hochtechnologiebereiche wie KI, Quantencomputing, Robotik und Verteidigungstechnologien.

China: Strukturprobleme und Konsumförderung

China wird voraussichtlich 2026 mit etwa 5 % wachsen, sieht sich aber strukturellen Herausforderungen gegenüber: alternde Bevölkerung, sinkende Grenzproduktivität und Überkapazitäten in Industriezweigen wie Stahl, Schiffbau und Chemie. Laut Capital Economics bleibt das Wachstumsmodell auf Angebotsseite fokussiert, was zu chronischem Überangebot und schwachem Konsum führt. Politische Maßnahmen sollen Konsum und Immobilienmarkt stabilisieren, doch die Probleme bleiben 2026 präsent.

Inflation und Schuldenrisiken

Hohe Inflation prägte 2025 viele Volkswirtschaften, einschließlich USA und Eurozone, teilweise verursacht durch Handelsbarrieren. Weitere Erhöhungen könnten die Zentralbanken vor die Wahl stellen: Zinsen zur Inflationsbekämpfung erhöhen oder niedrig halten, um das Wachstum zu stützen. Besonders verschuldete Staaten, wie Frankreich, sind hier besonders vulnerabel.

Deutschland: Lichtblick trotz globaler Unsicherheiten

Der deutsche Wirtschaftssektor könnte 2026 durch staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung wachsen. Regierung und Ifo-Institut prognostizieren ein Wachstum zwischen 0,8 % und 1,3 %. Dies stellt eine leichte Erholung nach langem Rezessionsdruck dar.

Technologie und Künstliche Intelligenz

Die KI-Branche wird weiter expandieren, unterstützt durch massive Investitionen amerikanischer Tech-Unternehmen in Rechenzentren und Infrastruktur. Dies könnte das US-BIP stärken, birgt jedoch Risiken: Hohe Bewertungen und mögliche Blasenbildung könnten im Falle eines Einbruchs den globalen Markt und das Wirtschaftswachstum stark beeinträchtigen.

Fazit

Die wirtschaftliche Landschaft 2026 bleibt komplex. Handelsstreitigkeiten, strukturelle Probleme in China, Inflationsdruck und die unvorhersehbaren Auswirkungen technologischer Investitionen sind Schlüsselfaktoren. Investoren, Unternehmen und Regierungen müssen flexibel bleiben, um die Risiken zu managen und Chancen in einem weiterhin fragilen globalen Umfeld zu nutzen.

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