E-Zigaretten: Weniger schädlich, aber nicht risikofrei
Elektronische Zigaretten werden weithin als weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten beworben, insbesondere in Bezug auf das Krebsrisiko. Doch wie viel Wahrheit steckt in diesem weit verbreiteten Glauben?
Unterschiedliche Mechanismen
Katrin Schaller, Forscherin am Deutschen Krebsforschungszentrum, erklärt: „Beim herkömmlichen Rauchen wird Tabak verbrannt und der Rauch inhaliert – dies setzt den Körper einer Vielzahl gesundheitlicher Risiken aus, allen voran Krebs.“
Im Gegensatz dazu werden bei E-Zigaretten oder Verdampfern keine Tabakprodukte verbrannt, sondern eine Flüssigkeit – der sogenannte E-Liquid – erhitzt und als Dampf inhaliert.
Schaller betont, dass dieser Unterschied die Menge schädlicher Substanzen im Vergleich zu klassischen Zigaretten reduziert, aber nicht vollständig eliminiert. Herkömmlicher Zigarettenrauch enthält etwa 100 krebserzeugende oder möglicherweise krebserzeugende Stoffe.
Krebserzeugende Eigenschaften auch bei E-Zigaretten
Der Dampf elektronischer Zigaretten enthält ebenfalls schädliche Substanzen, wenn auch in geringeren Mengen, darunter Verbindungen mit krebserzeugenden Eigenschaften. Studien zeigen, dass diese Stoffe biologische Prozesse im Körper stimulieren können, die den Grundstein für chronische Erkrankungen einschließlich Krebs legen.
Langzeitstudien, die das tatsächliche Krebsrisiko, die betroffenen Krebsarten und deren Häufigkeit bewerten könnten, fehlen bislang. Die gesundheitlichen Auswirkungen hängen zudem von Faktoren wie Heiztemperatur, Geräteleistung, Inhaltsstoffen und Nutzungsweise ab.
Die sicherste Methode bleibt: Rauchstopp
Trotz der Diskussionen unterstreicht Schaller, dass der wirksamste Weg zur Senkung des Krebsrisikos der vollständige Verzicht auf Tabakprodukte ist – egal ob klassisch oder elektronisch.
Weltweite Nutzung und Diabetes-Risiko
Die globale Nutzung von E-Zigaretten ist in den letzten Jahren stark gestiegen: 2025 zählten rund 116 Millionen Menschen zu den Nutzern, gegenüber 58 Millionen im Jahr 2018 – ein Anstieg von 100%.
Frühere Studien konnten keinen Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und Diabetes nachweisen. Eine Untersuchung der Universität Georgia, USA, zeigte jedoch, dass E-Zigaretten das Risiko für Prädiabetes erhöhen. Die Analyse von über 1,2 Millionen US-Bürgern ergab:
- Nutzer von E-Zigaretten allein: 7% höheres Risiko für Prädiabetes im Vergleich zu Nichtrauchern.
- Nutzer von E-Zigaretten zusammen mit herkömmlichen Zigaretten: 28% höheres Risiko für Prädiabetes.
- Gleichzeitige Nutzer beider Produkte: über 9% höheres Risiko, direkt an Diabetes zu erkranken.
Prädiabetes ist reversibel, kann jedoch Herz, Nieren und Nerven beeinträchtigen, selbst ohne Fortschreiten zur Erkrankung.



