Seltenes Wetterphänomen: Droht in Deutschland sogenannter „Blutschnee“?

Deutschland – Meteorologen warnen vor einem außergewöhnlichen Naturereignis, das am kommenden Wochenende in Teilen Deutschlands auftreten könnte: sogenannter Blutschnee. Dabei handelt es sich um ein äußerst seltenes Wetterphänomen, das Schnee in rötlich-braune Töne färbt – ein Effekt, der zwar spektakulär aussieht, aber laut Experten ungefährlich ist.

Saharastaub als Auslöser für das Phänomen

Ursache für den möglichen Blutschnee ist eine spezielle Wetterlage über Nordafrika und Südeuropa. Ein Tiefdruckgebiet, das sich im Bereich des Atlasgebirges gebildet hat, transportiert große Mengen feinen Saharastaubs über das Mittelmeer bis nach Italien und weiter Richtung Mitteleuropa.

„Der Staub wird mit starken Luftströmungen nach Norden geführt und kann sich dort mit Niederschlag vermischen“, erklärte Meteorologe Jan Schenk. Treffen die Sandpartikel auf Regen oder Schnee, lagern sie sich an Wassertröpfchen oder Eiskristalle an – das Ergebnis ist gefärbter Niederschlag.

Von Blutregen zu Blutschnee

Ähnliche Wetterlagen führten in den vergangenen Jahren bereits häufiger zu sogenanntem Blutregen, insbesondere in den Sommermonaten. Dabei färbten sich Autos, Gebäude und Straßen durch den abgelagerten Staub rötlich bis braun.

Neu an der aktuellen Situation ist jedoch, dass die Temperaturen niedrig genug sind, um Schnee entstehen zu lassen. Dadurch könnte sich der Saharastaub diesmal nicht mit Regen, sondern mit Schneeflocken verbinden – ein extrem seltenes Szenario.

Welche Regionen betroffen sein könnten

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist vor allem im Norden, Osten sowie in der Mitte Deutschlands am Wochenende mit Niederschlägen zu rechnen. Dabei sind sowohl Regen als auch Schnee möglich.

„Die Chance auf Blutschnee ist dort durchaus gegeben“, so ein Sprecher des DWD. Anders sieht es hingegen im Westen und Südwesten aus: Dort soll es laut Prognosen überwiegend trocken bleiben, wodurch das Phänomen dort eher unwahrscheinlich ist.

Ein äußerst seltenes Ereignis

Experten betonen, dass Blutschnee in Deutschland nur sehr selten beobachtet wird. „Ich kann mich kaum an eine vergleichbare Wetterlage erinnern“, sagte Jan Schenk. Auch Meteorologe Dominik Jung bezeichnete das Zusammenspiel aus Staubtransport und winterlichem Niederschlag als „meteorologische Ausnahme“.

Trotz der ungewöhnlichen Optik bestehe keinerlei Gesundheitsgefahr. Der Staub sei zwar sichtbar, aber nicht toxisch. Dennoch könne es lokal zu rutschigen Straßen kommen, da der gefärbte Schnee die Glätte optisch schwerer erkennbar mache.

Winterwetter bleibt unberechenbar

Das mögliche Auftreten von Blutschnee ist Teil einer insgesamt angespannten Wettersituation. Bereits in den vergangenen Tagen kam es in mehreren Regionen zu Glatteis, Verkehrsbehinderungen und witterungsbedingten Ausfällen.

Meteorologen raten daher weiterhin zu Vorsicht im Straßenverkehr und empfehlen, die aktuellen Wetterwarnungen genau zu verfolgen – insbesondere in den Regionen, in denen Schnee und gefrierender Niederschlag erwartet werden.

Fazit: Spektakulär, aber harmlos

Ob es tatsächlich zu Blutschnee kommt, hängt von kleinen Temperatur- und Niederschlagsunterschieden ab. Sollte das seltene Phänomen eintreten, wäre es vor allem ein visuelles Ereignis – faszinierend für Beobachter, aber ohne direkte Gefahren für Mensch und Umwelt.

Fest steht jedoch: Der Winter 2026 zeigt sich in Deutschland von seiner unberechenbaren Seite.

Mehr zum Thema:
Glatteis-Alarm in Deutschland
Glatteis-Chaos in Berlin
Winterchaos in Norddeutschland

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein