Rückgang der von Armut bedrohten Senioren in Deutschland
Die Zahl der älteren Menschen in Deutschland, die von Armut bedroht sind, ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Vorläufige Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass rund 3,45 Millionen Menschen dieser Altersgruppe als armutsgefährdet gelten, verglichen mit etwa 3,54 Millionen im Jahr 2024.
Diese Zahlen wurden auf Anfrage der Partei „Bündnis S. Wagenknecht“ in Wiesbaden veröffentlicht.
Obwohl die absolute Zahl leicht zurückging, stieg der prozentuale Anteil der Armutsgefährdeten bei den über 65-Jährigen geringfügig von 19,6% auf 19,7%. Dies liegt daran, dass die Gesamtzahl der Personen in dieser Altersgruppe von 18,06 Millionen im Jahr 2024 auf 17,49 Millionen im vergangenen Jahr sank, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen Frauen und Männern: 21,5% der älteren Frauen gelten als armutsgefährdet, während es bei den Männern 17,5% sind.
Sara Wagenknecht, Gründerin der Partei, kritisierte die Politik scharf: „Deutschland ist längst zu einer Gesellschaft im sozialen Abstieg geworden, insbesondere für viele Rentner. Altersarmut nach einem langen Arbeitsleben ist ein Zeichen dafür, dass unsere Gesellschaft nicht auf Leistungsgerechtigkeit basiert.“
Messung von Armut
Die Armutsgefährdung wird im Verhältnis zum allgemeinen Wohlstand der Bevölkerung gemessen. Nach der Definition der Europäischen Union gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn ihr Einkommen weniger als 60% des mittleren Gesamteinkommens der Bevölkerung beträgt. Für Alleinlebende lag diese Schwelle 2025 bei 1.446 Euro netto im Monat, im Vergleich zu 1.381 Euro im Jahr 2024.



