Nierensteine erkennen und behandeln: Ursachen, Symptome und Therapieoptionen

Gesundheit – Obwohl Nierensteine jahrelang unbemerkt in den Nieren entstehen können, gehören sie zu den schmerzhaftesten akuten Beschwerden im Harntrakt. Bei Nichtbehandlung oder verspäteter Therapie drohen ernsthafte Komplikationen wie wiederkehrende Infektionen oder dauerhafte Nierenschäden.

Ursachen für Nierensteine

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie nennt mehrere Hauptfaktoren für die Entstehung von Nierensteinen:

  • Flüssigkeitsmangel: Konzentration des Urins begünstigt die Bildung von Kristallen.
  • Ungesunde Ernährung: Zu viel Salz, tierisches Protein oder oxalatreiche Lebensmittel erhöhen das Risiko.
  • Stoffwechselstörungen: Hohe Calcium-, Harnsäure- oder Oxalatwerte, Infektionen, insbesondere Struvit-Steine.
  • Bewegungsmangel: Längere Bettruhe oder geringe körperliche Aktivität.
  • Chronische Erkrankungen: Gicht, Nebenschilddrüsenüberfunktion, entzündliche Darmerkrankungen und Einnahme bestimmter Medikamente wie Diuretika oder Calciumpräparate.
  • Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung von Nierensteinen erhöht das Risiko.

Symptome und Warnsignale

Nierensteine verursachen oft keine Beschwerden, solange sie in der Niere bleiben. Beim Übergang in den Harnleiter treten folgende Symptome auf:

  • Plötzliche, kolikartige Schmerzen im Rücken, Flanke oder Unterbauch.
  • Ausstrahlung der Schmerzen in Leiste, Genitalbereich oder Oberschenkel.
  • Übelkeit und Erbrechen während akuter Attacken.
  • Blut im Urin, sichtbar oder mikroskopisch.
  • Häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen bei unteren Harnleitersteinen.
  • Fieber und Schüttelfrost bei Harnwegsinfektionen – medizinischer Notfall.

Unbehandelt können wiederkehrende Nierenkoliken, chronische Schmerzen und Infektionen entstehen. In schweren Fällen droht dauerhafte Nierenschädigung.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie hängt von Größe, Lage der Steine und Symptomen ab. Kleine Steine können oft spontan über den Urin ausgeschieden werden. Größere oder blockierte Steine erfordern medizinische Intervention.

Konservative Behandlung kleiner Steine

  • Ausreichend Flüssigkeit (2–3 Liter pro Tag) zur Förderung des Steintransports.
  • Körperliche Aktivität zur Unterstützung der Steinbewegung.
  • Schmerztherapie mit Ibuprofen oder Diclofenac.
  • Spasmolytika zur Entspannung des Harnleiters.
  • Medikamentöse Auflösung bestimmter Steine (z. B. Harnsäuresteine mit Kaliumcitrat).

Intervention bei größeren Steinen

  • Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) zur Zertrümmerung ohne Operation.
  • Ureteroskopie: Entfernung oder Zertrümmerung über die Harnröhre.
  • Percutane Nephrolithotomie bei sehr großen Steinen über einen kleinen Hautschnitt in der Niere.
  • Selten operative Entfernung bei anatomischen Besonderheiten oder extrem großen Steinen.

Prävention und Lebensstil

Vorbeugende Maßnahmen sind entscheidend:

  • Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr
  • Reduktion von Salz und tierischem Protein
  • Bewegung und körperliche Aktivität
  • Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen wie Gicht oder Stoffwechselstörungen
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Risikopatienten

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