Trump entsendet US-Flotte Richtung Iran – Drohungen und Verhandlungen eskalieren
Washington/Teheran – Angesichts wachsender Spannungen im Nahen Osten hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass eine große Flotte in Richtung Iran unterwegs sei. Gleichzeitig forderte er Teheran auf, schnell an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein faires Abkommen über das iranische Atomprogramm zu schließen. Die Warnung Trumps erfolgte nach Berichten internationaler Nachrichtenagenturen und US-Medien am Mittwoch, 29. Januar 2026.
Trump warnt vor eskalierenden Angriffen
In einer öffentlichen Mitteilung auf sozialen Medien schrieb Trump, dass die Zeit „knapp“ sei und er auf eine Einigung hoffe, die „ohne Atomwaffen alle Parteien schützt“. Er betonte zudem, dass jeder mögliche Angriff der USA „viel härter“ ausfallen würde als vergangene Angriffe, und erwähnte die Entsendung einer US-Flotte, angeführt von dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, in den Nahen Osten.
Die Flotte sei bereits auf dem Weg, begleitet von mehreren Kriegsschiffen, um im Falle einer Eskalation handlungsfähig zu sein. US-Beamte erklärten, dass die Schiffe aus dem asiatisch-pazifischen Raum verlegt wurden, als Reaktion auf zunehmende Spannungen nach den landesweiten Protesten im Iran, die im Dezember 2025 begannen.
Iranische Warnungen
Auf die US-Drohungen reagierte Teheran umgehend. Ali Shamkhani, Berater des Obersten Führers Ayatollah Khamenei, betonte, dass jeder militärische Angriff der USA auf Iran eine direkte und umfassende Antwort auslösen werde, die sich auch gegen Israel und andere Unterstützer richten könnte.
Außenminister Abbas Araghchi ergänzte, dass die iranischen Streitkräfte jederzeit einsatzbereit seien und auf jegliche Aggression schnell und entschlossen reagieren könnten. Dabei verwies er auf die Lehren aus dem sogenannten „Zwölf-Tage-Krieg“, die es dem Iran ermöglichten, Reaktionsfähigkeit in größerem Umfang zu entwickeln.
Araghchi bekräftigte außerdem die Bereitschaft Irans zu einem gerechten und ausgewogenen Atomabkommen, das die friedliche Nutzung der Atomtechnologie gewährleistet, ohne dass Iran Atomwaffen besitzt. Er unterstrich, dass Nuklearwaffen keinen Platz in der Sicherheitsdoktrin Irans haben und dass das Land nie versucht habe, solche Waffen zu entwickeln.
Militärische Optionen der USA
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, dass die iranische Regierung „schwächer als je zuvor“ sei, mit einer angeschlagenen Wirtschaft und möglichen erneuten Protesten. Die US-Streitkräfte in der Region befänden sich innerhalb der Reichweite iranischer Raketen, was erhöhte Vorsichtsmaßnahmen erfordere.
Trump prüft laut CNN-Quellen verschiedene militärische Szenarien, einschließlich gezielter Luftangriffe auf führende iranische Sicherheitsbeamte, Regierungsinstitutionen und Nuklearanlagen. Ziel sei es, das iranische Regime zu schwächen und die Bedingungen für mögliche Veränderungen in der Führung zu schaffen.
Die Ankunft der USS Abraham Lincoln im Indischen Ozean zu Beginn der Woche signalisiert, dass die USA ihre militärische Präsenz verstärken, um sowohl offensive als auch defensive Operationen zu unterstützen.
Blockierte Kommunikationswege
Beide Seiten haben bisher direkte Verhandlungen vermieden. Laut CNN wurden zwar Nachrichten über Vermittler, darunter omanische Diplomaten, ausgetauscht, jedoch fanden keine ernsthaften direkten Gespräche zwischen Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff und Außenminister Araghchi statt. Die Gespräche blieben angesichts der steigenden militärischen Drohungen im Stillstand.
Die US-Bedingungen für ein Treffen beinhalten die Beendigung der Urananreicherung, strikte Beschränkungen des ballistischen Raketenprogramms und das Ende der Unterstützung Irans für regionale Verbündete – alles Bedingungen, die Teheran ablehnt.
Regionale und internationale Besorgnis
Israelische und westliche Beamte äußerten Zweifel daran, dass Luftschläge allein zu einem fundamentalen Wandel im iranischen Regime führen könnten. Ein umfassender Konflikt könnte das Gegenteil bewirken und die Position der Revolutionsgarden stärken.
Regionale Akteure wie Saudi-Arabien, die Türkei und die Golfstaaten äußern große Sorge, dass eine Eskalation im Iran zu inneren Unruhen oder einem Bürgerkrieg führen könnte, mit weitreichenden Konsequenzen für Flüchtlingsströme und die globale Energiesicherheit, insbesondere durch den Persischen Golf und den Hormuz-Straße.
Iranische Bereitschaft und diplomatische Signale
Irans Außenminister Araghchi betonte erneut, dass das Land zu Verhandlungen bereit sei, jedoch nur, wenn diese „ehrlich und frei von Zwang“ stattfinden. Das Militär sei auf allen Ebenen voll einsatzbereit, und die nationalen Verteidigungsfähigkeiten würden jede Aggression abwehren.
Teheran habe über diplomatische Kanäle mit mehreren regionalen Akteuren, darunter Saudi-Arabien, Katar, Oman, Ägypten und die Türkei, die Reduzierung der Spannungen erörtert, um eine militärische Eskalation zu vermeiden.
Militärische und psychologische Kriegsführung
Der iranische Revolutionsgarden bezeichnete die US-Flottenbewegungen und die mediale Kriegsrhetorik als „alte Taktik“ der psychologischen Kriegsführung. Das Militär verfügt über Einsatzpläne für alle Szenarien und überwacht die Bewegungen der Gegner genau. Die Erfahrungen aus dem „Zwölf-Tage-Krieg“ hätten gezeigt, dass militärische Drohungen allein das iranische Regime nicht schwächen können.
Geopolitische Spannungen
Trump drohte öffentlich mit einem Angriff, der „viel schlimmer“ sei als die bisherigen US-Militäreinsätze im Sommer 2025, die drei iranische Nuklearstandorte trafen. Gleichzeitig betonte er, dass das Ziel nicht nur militärisch sei, sondern auch die Bedingungen für politische Veränderungen im Iran zu schaffen.
US-Senator Rubio warnte, dass eine Operation gegen den Iran weitaus komplexer sei als die Intervention in Venezuela 2025. Die iranische Führung verfüge über ein stabiles System, das jahrzehntelang aufgebaut wurde, was direkte militärische Maßnahmen erheblich erschwere.
Ausblick
Die Situation bleibt hochgradig angespannt. Iran und die USA stehen an der Schwelle zu einer potenziell gefährlichen Eskalation. Während die US-Militärpräsenz verstärkt wird, bleiben diplomatische Kanäle blockiert, und regionale Mächte setzen auf Deeskalation. Experten warnen, dass ein vorschneller militärischer Einsatz schwerwiegende Folgen für den Nahen Osten und die globale Sicherheit haben könnte.
Weiterführende Informationen
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NATO & Russland Szenarien,
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Ukraine & Söldner-Drohnen.



