Ukraine-Krieg: US-vermittelte Friedensgespräche in Abu Dhabi trotz russischer Angriffe
Die Ukraine und Russland haben ihre am Freitag in Abu Dhabi begonnenen Friedensgespräche unter der Schirmherrschaft der Vereinigten Staaten am Samstag fortgesetzt. Präsident Volodymyr Zelensky bezeichnete die Gespräche als produktiv, obwohl Russland in der Nacht zuvor eine Serie von Luftangriffen startete, die Millionen Ukrainer ohne Strom ließen und die Temperaturen drastisch sanken.
Produktive Verhandlungen trotz Eskalation
Zelensky betonte, dass die US-ukrainisch-russischen Gespräche vielversprechend seien, und kündigte weitere Treffen in den kommenden Tagen an. Gleichzeitig verurteilte Außenminister Andrij Sybiga die russischen Angriffe auf Kiew und Charkiw als Zeichen der Verachtung gegenüber den Verhandlungsdelegationen. Er schrieb auf X, dass Putin nicht am Verhandlungstisch, sondern vor einem Gericht stehen sollte.
Diskussion über Friedensbedingungen
Der ukrainische Delegationsleiter, Rustem Amrow, erklärte, dass die Gespräche am ersten Tag die Kriterien für das Ende des Krieges und den „Rahmen für zukünftige Verhandlungen“ behandelten. US-Gesandter Steve Witkoff äußerte sich in Davos optimistisch, während die russische Seite skeptischer wirkte. Kremlsprecher Dmitri Peskow wiederholte, dass Russland auf die vollständige Abtretung der östlichen Donbass-Region durch die Ukraine besteht.
Die Donbass-Hürde
Putins Forderung, dass die Ukraine etwa 20% der Donbass-Region aufgibt, blockiert bisher die Verhandlungen. Zelensky lehnt Abgaben auf Gebiete ab, die Moskau in vier Jahren Krieg nicht erobern konnte. Meinungsumfragen zeigen, dass die Mehrheit der Ukrainer keinen Verlust von rund 5.000 km² akzeptiert.
Angriffe auf Energieinfrastruktur
Während der Verhandlungen startete Russland über 370 Drohnen- und 21 Raketenangriffe auf ukrainische Energieanlagen. Präsident Zelensky betonte, dass diese Angriffe die Notwendigkeit zeigen, die Luftverteidigungsabkommen mit den USA umgehend umzusetzen. Bürgermeister von Kiew, Vitaly Klitschko, berichtete von Stromausfällen in etwa 6.000 Gebäuden und forderte die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusuchen.
Internationale Vermittlung
Die Gespräche in Abu Dhabi werden von US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner geleitet, während auf russischer Seite Igor Kostyukov und auf ukrainischer Seite Rustem Amrow sowie weitere hochrangige Beamte teilnehmen. Ziel der Verhandlungen ist es, eine friedliche Lösung für den seit Februar 2022 andauernden Konflikt zu finden, wobei die Frage der Kontrolle über Donbass im Zentrum steht.
Die Positionen der Konfliktparteien
Russland strebt laut Kreml eine diplomatische Lösung an, wird aber weiterhin militärische Maßnahmen ergreifen, falls ein Verhandlungsresultat fernbleibt. Die USA üben Druck auf Kiew aus, Zugeständnisse zu machen, um einen raschen Friedensabschluss zu erreichen. Zelensky betonte jedoch, dass die Ukraine allein keinen Frieden erzwingen kann; auch Russland müsse seinen Willen zum Ende des Konflikts zeigen.
Strategische Bedeutung der Donbass-Region
Die Donbass-Region umfasst die Städte Donezk und Luhansk, eine industrielle Schlüsselregion der Ukraine. Russland beansprucht sie vollständig, während die Ukraine auf dem Verbleib der restlichen Gebiete besteht. Der sogenannte „Anchorage-Plan“, ausgehandelt zwischen Trump und Putin im Vorjahr, sieht die vollständige Kontrolle Moskaus über Donbass vor, während die Frontlinien in anderen Gebieten eingefroren bleiben sollen.
Humanitäre Lage verschärft
Die ukrainischen Behörden meldeten mehrere Tote und Verletzte durch die Angriffe auf Kiew und Charkiw. Vor allem die Energieinfrastruktur ist schwer beschädigt. Notfallteams arbeiten daran, Strom- und Heizversorgung wiederherzustellen, während die Temperaturen nachts auf bis zu -13°C fallen. Maxim Tymchenko, CEO des größten privaten Energieunternehmens der Ukraine, warnte vor einer drohenden humanitären Katastrophe, sollte kein Waffenstillstand erreicht werden.
Schritte Richtung Frieden
Die dritte Runde der trilateralen Gespräche, vermittelt durch die USA, zielt darauf ab, die Kriegshandlungen zu beenden, die Millionen Menschen vertrieben und Tausende getötet haben. Trotz der russischen Angriffe zeigten beide Seiten vorsichtige Fortschritte und signalisierten Bereitschaft für weitere Verhandlungen.
Zukünftige Erwartungen
Präsident Zelensky erklärte, dass das Hauptthema die Kontrolle über Territorien sei. Es sei noch zu früh, endgültige Ergebnisse zu ziehen, doch die Fortsetzung der Gespräche sei ein Schritt in die richtige Richtung. Russland wiederholte seine Forderung nach Abzug ukrainischer Truppen aus Donbass, während die USA auf einer Einigung drängen, um die Eskalation zu stoppen.
Fazit
Die Verhandlungen in Abu Dhabi markieren einen wichtigen Moment in der seit über vier Jahren andauernden Ukraine-Krise. Trotz russischer Angriffe auf Energieinfrastruktur und zivile Gebäude zeigen beide Seiten, dass Diplomatie möglich ist, wenn auch unter schwierigen Bedingungen. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um festzustellen, ob ein dauerhafter Friedensplan erreichbar ist.
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