Sturmtief „Elli“ bringt Winterchaos: Harz unter Druck

Der Winter zeigt im Harz derzeit sein extremes Gesicht. Während eine dichte Schneedecke eigentlich ideale Bedingungen für Wintersport verspricht, sorgt das Sturmtief „Elli“ für massive Einschränkungen. Vor allem starker Wind und Schneeverwehungen machen den Betrieb vieler Skigebiete unmöglich – Sicherheit geht vor.

Skigebiete: Viel Schnee, wenig Betrieb

Am Wurmberg steht der komplette Liftbetrieb still. Die Betreiber reagierten auf die stürmischen Böen und das erhöhte Risiko durch umstürzende Bäume und vereiste Anlagen. Auch am Sonnenberg in Sankt Andreasberg sowie am Rodellift in Torfhaus bleiben die Anlagen geschlossen.

Teilweise Entlastung gibt es jedoch: Der Matthias-Schmidt-Berg in Sankt Andreasberg und der Bocksberg in Hahnenklee halten ihre Lifte nach aktueller Lage in Betrieb. In Braunlage soll zumindest ein Schlepplift anlaufen. Langläufer können aufatmen – viele Loipen im Harz sind gespurt, allerdings mahnt die Polizei zur Vorsicht wegen abbrechender Äste und instabiler Bäume.

Verkehr am Limit: Bahn und ÖPNV stark eingeschränkt

Nicht nur Wintersportler sind betroffen. Der öffentliche Verkehr steht in weiten Teilen Niedersachsens unter Druck. Mehrere Bahnunternehmen melden massive Ausfälle und Verspätungen. Besonders kritisch ist die Lage bei regionalen Anbietern, die bereits ankündigten, den Betrieb ab Mittag nahezu vollständig einstellen zu müssen.

Auch im Nahverkehr häufen sich Probleme: Buslinien werden gestrichen, Stadtbahnen fahren verkürzt, Rufbus-Systeme sind teils komplett außer Betrieb. Pendler und Reisende müssen sich auf lange Wartezeiten oder alternative Routen einstellen.

Autobahnen und Straßen: Glätte bleibt Risikofaktor

Bislang blieb das große Verkehrschaos aus, doch Schnee und Eis sorgen weiterhin für Gefahr. Auf wichtigen Achsen kam es zu vereinzelten Unfällen und Staus. Behörden raten dringend zu vorsichtiger Fahrweise und – wenn möglich – zum Verzicht auf nicht notwendige Fahrten.

Deutscher Wetterdienst warnt vor weiterer Eskalation

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes können bis zu 15 Zentimeter Neuschnee fallen, im Harz sogar deutlich mehr. An der Nordseeküste drohen orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h. Auch im Binnenland sind stürmische Böen möglich, die Schneeverwehungen weiter verstärken.

Diese Wetterlage erinnert an frühere Extremphasen mit Dauerfrost und arktischer Kälte, wie sie zuletzt mehrfach in Deutschland beobachtet wurden
→ Analyse zur aktuellen Winterlage.

Schulen, Müllabfuhr, Notdienste: Alltag im Ausnahmezustand

In vielen Regionen bleiben Schulen geschlossen oder wechseln kurzfristig in den Distanzunterricht. Auch die Müllabfuhr arbeitet nur eingeschränkt – Bürger werden gebeten, Tonnen frostsicher zu lagern und Wege freizuhalten.

Gleichzeitig rücken soziale Aspekte in den Fokus: Städte weiten die Winternothilfe aus, öffnen zusätzliche Schlafplätze für Obdachlose und verstärken den Einsatz von Streetworkern.

Krankenhäuser bereiten sich vor

Kliniken in Niedersachsen haben ihre Notaufnahmen auf mögliche Verletzungen durch Glätte und Unfälle eingestellt. Teilweise werden planbare Operationen verschoben, um Kapazitäten freizuhalten.

Ein Winter mit zwei Gesichtern

So paradox es klingt: Während Sturmtief „Elli“ große Teile des öffentlichen Lebens lahmlegt, schafft es zugleich ideale Bedingungen für besondere Winterevents. Nach Jahren ohne ausreichenden Schnee kann ein traditionsreiches Schlittenhunderennen im Harz erstmals wieder unter echten Winterbedingungen stattfinden – ein seltener Lichtblick.

Doch insgesamt bleibt die Lage angespannt. Experten rechnen damit, dass das Wintersturm-Szenario noch mehrere Tage anhalten könnte
→ Hintergrund zu Sturmtief Elli
→ Auswirkungen im Norden Deutschlands.

Fazit

Der Harz steht exemplarisch für einen Winter, der gleichzeitig Chancen und Risiken mit sich bringt. Viel Schnee allein reicht nicht – ohne stabile Wetterbedingungen bleibt Wintersport vielerorts Wunschdenken. Für Behörden, Verkehrsbetriebe und Bürger heißt es nun: Vorsicht, Geduld und Flexibilität.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein