Stabile Sparzinsen – doch die Inflation frisst das Vermögen

Für Sparerinnen und Sparer in Deutschland gibt es vorerst wenig Hoffnung auf höhere Erträge:
Experten gehen davon aus, dass die Zinssätze auf Spareinlagen mindestens bis zur Mitte des kommenden Jahres
weitgehend unverändert bleiben. Das Problem dabei: Die Zinsen liegen aktuell unter der Inflationsrate –
real verlieren Ersparnisse somit weiter an Kaufkraft.

Nach den jüngsten verfügbaren Daten lag die jährliche Inflationsrate in Deutschland zuletzt bei
2,3 Prozent. Die meisten Banken bieten für Einlagen jedoch Zinssätze, die spürbar darunter liegen.
Damit setzt sich ein Trend fort, der viele private Haushalte zunehmend verunsichert.

EZB bleibt auf Zinspause – Markt rechnet nicht mit weiteren Senkungen

Zusätzliche Entlastung durch geldpolitische Maßnahmen ist derzeit nicht in Sicht.
Ökonominnen und Ökonomen erwarten aktuell keine weiteren Senkungen der Leitzinsen im Euroraum.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die Zinssätze zuletzt bereits viermal in Folge unverändert gelassen –
ein klares Signal für eine Phase geldpolitischer Stabilität.

Konkret bedeutet das: Der Einlagenzins dürfte zu Beginn des neuen Jahres bei rund
2 Prozent verharren. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2024 lag dieser Satz noch bei
4 Prozent und damit doppelt so hoch wie heute.

Vergleichsportale erwarten keine Trendwende vor 2026

Auch Marktbeobachter wie das Vergleichsportal Verivox rechnen nicht mit einer kurzfristigen Kehrtwende.
Nach deren Einschätzung werden die Leitzinsen voraussichtlich bis mindestens Mitte 2026 stabil bleiben.
Diese Prognose deckt sich mit der Einschätzung vieler Finanzanalysten.

Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox, erwartet, dass insbesondere Tagesgeld sowie kurz- bis
mittelfristige Festgeldangebote auf dem aktuellen Niveau verharren. Größere Zinssprünge seien
unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unwahrscheinlich.

Festgeld: Moderate Renditen, begrenzte Perspektiven

Laut aktuellem Verivox-Bericht erzielen zweijährige Festgeldanlagen in Deutschland derzeit eine
durchschnittliche Rendite von 2,04 Prozent (Stand: 22. Dezember).
Damit bleiben diese Produkte zwar relativ stabil, bieten jedoch kaum Schutz vor Inflation.

Zum Vergleich: Nachdem die EZB im Sommer 2022 die Phase der Nullzinspolitik beendet hatte,
kletterten die Zinsen für zweijähriges Festgeld bis November 2023 auf durchschnittlich
3,39 Prozent. Mit den späteren Leitzinssenkungen folgte jedoch ein deutlicher Rückgang –
ein Trend, der sich seit dem Herbst nun zumindest verlangsamt hat.

Fazit: Sicherheit ja – reale Gewinne nein

Für sicherheitsorientierte Anleger bleiben Spar- und Festgeldprodukte zwar planbar und risikoarm,
doch echte Vermögenszuwächse sind unter den aktuellen Bedingungen kaum zu erwarten.
Solange die Inflation über den Sparzinsen liegt, bleibt der reale Wert der Ersparnisse unter Druck.

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