Winter auf Hessens Gipfeln – doch Weihnachten bleibt meist grün
Wer dieser Tage in Hessen die Höhe sucht, bekommt stellenweise echtes Wintergefühl geboten. Auf den höchsten Erhebungen des Landes zeigt sich der Dezember von seiner frostigen Seite – mit Sonne, knackigen Temperaturen und vereinzelten Schneeflächen. Doch ausgerechnet zu Weihnachten bleibt das klassische Wintermärchen für die meisten Regionen unerreichbar.
Feldberg als Winterinsel
Am Großen Feldberg im Hochtaunus präsentierte sich die Landschaft zuletzt wie aus dem Bilderbuch. Spaziergänger nutzten das sonnige Wetter, um das kleine Winterwunderland auf Hessens höchstem Gipfel zu genießen. Abseits der Hochlagen sieht die Lage jedoch anders aus: Weiße Weihnachten sind in Hessen in diesem Jahr so gut wie ausgeschlossen.
Grund dafür ist eine trockene Luftmasse aus Nordosteuropa. Sie sorgt zwar für niedrige Temperaturen, bringt aber kaum Niederschläge mit sich. Laut Wetterexperten bleibt Schnee an den Feiertagen die Ausnahme – höchstens in der Rhön könnten vereinzelt Flocken fallen.
Heiligabend grau, Feiertage freundlich
Der Heiligabend startet vielerorts mit einer dichten Wolkendecke. Im Laufe des Nachmittags lockert es jedoch von Osten her auf. Ein frischer Ostwind schiebt die Wolken langsam beiseite, sodass die Weihnachtsfeiertage überwiegend sonnig und trocken verlaufen. Winterlich fühlt es sich an – nur ohne die ersehnte Schneedecke.
Kälte als Hoffnungsträger für Skigebiete
Was Weihnachtsromantiker enttäuscht, lässt die Betreiber der Skigebiete aufatmen. Auf den Gipfeln herrscht teils Dauerfrost, nachts sinken die Temperaturen auf bis zu minus zehn Grad. Genau diese Bedingungen sind entscheidend für die künstliche Beschneiung.
In Willingen stehen die Schneekanonen bereits bereit. Sobald die Temperaturen unter minus 2,5 Grad fallen, kann produziert werden. Die Verantwortlichen hoffen, schon am kommenden Wochenende den ersten Liftbetrieb aufnehmen zu können.
Kunstschnee als Schlüssel zur Saison
Auch auf der Wasserkuppe laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Speicherteiche sind gefüllt, neue Anlagen installiert und technisch abgenommen. Die kommenden kalten Nächte sollen konsequent genutzt werden, um möglichst viel Kunstschnee zu erzeugen – mit dem Ziel, noch vor Jahresende Skifahren zu ermöglichen.
Wetterexperten bewerten die Aussichten positiv: Dauerfrost auf den Gipfeln, tagsüber Temperaturen unter null und klare Nächte schaffen ideale Bedingungen für die Schneekanonen.
Ausblick: Sonnig, kalt und stabil
Auch nach den Feiertagen bleibt das Wetter ruhig und trocken. Für Wintersportfans heißt das zwar weiterhin wenig Naturschnee, für die Skigebiete jedoch freie Bahn. Der Winter zeigt sich in Hessen selektiv – oben frostig und vielversprechend, unten eher grau als weiß.
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