Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Gewerkschaften erhöhen Druck
Die Gewerkschaften planen, ihre Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder ab kommender Woche deutlich auszuweiten. Besonders betroffen sein könnten Unikliniken, städtische Verwaltungen und Erzieherinnen sowie Erzieher in Stadtstaaten.
Gründe für die Ausweitung
Nach der zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam erklärte Verdi-Chef Frank Werneke, dass die Länder-Arbeitgeber trotz mehrfacher Aufforderung kein verbindliches Angebot vorgelegt hätten. „In dieser Stunde sind alle Beschäftigten aufgerufen, die Forderungen der Gewerkschaften zu unterstützen“, sagte Werneke.
Vorherige Streiks und Auswirkungen
In den vergangenen Wochen hatten Verdi und der Beamtenbund dbb bereits mit Streikaktionen für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt. Betroffen waren unter anderem Berliner Kitas, Brücken und Tunnel in Norddeutschland sowie Universitäten und Kliniken in Bayern.
Weitere Bereiche im Fokus
Die Gewerkschaften erhöhen den Druck und wollen die Streikaktionen auf weitere Bereiche ausweiten, darunter Straßenräumdienste, Rechenzentren und Finanzämter. Ziel ist es, mit einem überschaubaren Aufwand eine große Wirkung zu erzielen. Bei Unikliniken könnten planbare Operationen verschoben werden, an Verkehrsknotenpunkten sind erneut lange Staus möglich.
Zeitrahmen und Forderungen
Die Warnstreiks sollen vorerst bis zur abschließenden Verhandlungsrunde vom 11. bis 13. Februar andauern. Verdi und dbb fordern für mehr als 920.000 Tarifbeschäftigte der Länder eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens aber 300 Euro. Insgesamt sind rund 2,2 Millionen Menschen betroffen. Auf rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte soll der Abschluss übertragen werden.
Verhandlungen mit den Ländern
Der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), zeigte sich zuversichtlich, dass ein Abschluss im Februar erreicht wird. Er betonte die gemeinsame staatspolitische Verantwortung und erklärte, dass trotz großer Differenzen an mehreren Punkten Fortschritte erzielt wurden. Die Länder hätten Eckpunkte für einen Einigungskorridor vorgelegt, der Verbesserungen insbesondere für Nachwuchskräfte und Schichtdienstbeschäftigte vorsieht.
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