Trump und Selenskyj verhandeln über Friedensplan für die Ukraine

US-Präsident Donald Trump betonte am Sonntag, dass sowohl der russische Präsident Wladimir Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein starkes Interesse daran haben, eine Einigung im seit 2022 andauernden Krieg zu erzielen. Die Gespräche finden in Florida statt, im exklusiven Resort Mar-a-Lago, und gelten als entscheidend für den weiteren Verlauf des Konflikts.

Trump erklärte: „Wir befinden uns in den finalen Verhandlungen. Wenn wir jetzt keine Einigung erzielen, könnte der Krieg in der Ukraine weiter andauern.“ Dabei verwies er auf seine Erfahrung bei der Beendigung früherer Konflikte, betonte jedoch, dass dieser Krieg die komplexeste Herausforderung darstelle. „Ich habe acht Kriege zuvor beendet, und dies ist der schwierigste“, sagte Trump, der zugleich die diplomatischen Bemühungen Selenskyjs lobte. Der ukrainische Präsident zeige Mut und Engagement für sein Land.

Fortschritte in den Verhandlungen

Vor dem Treffen mit Trump hatte Selenskyj bereits betont, dass die Ukraine keine Zugeständnisse eingehen werde, die einem erzwungenen Frieden Moskaus gleichkämen. In einem Statement auf sozialen Netzwerken schrieb er: „Natürlich gibt es heute rote Linien für die Ukraine und das ukrainische Volk.“

Trump äußerte zudem, dass Europa aktiv in den Friedensprozess eingebunden sei und eng mit den USA zusammenarbeite, um eine tragfähige Lösung zu finden. „Die europäischen Staaten leisten hervorragende Arbeit, und wir koordinieren uns intensiv, um einen nachhaltigen Frieden zu erreichen“, so Trump.

Sicherheits- und Wirtschaftsabkommen

Der US-Präsident kündigte an, dass das geplante Abkommen auch Sicherheitsgarantien für die Ukraine umfassen werde. Gleichzeitig sollen wirtschaftliche Vorteile für Kiew entstehen, falls der Friedensplan umgesetzt wird. Ein endgültiger Zeitplan für das Ende des Krieges wurde nicht genannt, jedoch betonte Trump, dass konkrete Fortschritte erzielt wurden. „Ich glaube, dass Putin ernsthaft an Frieden interessiert ist. Gerüchte über das Gegenteil sind falsch“, erklärte er.

Selenskyj ergänzte, dass sein Team bereits intensiv an einem Friedensplan gearbeitet habe, den er nun mit Trump im Detail besprechen werde. Ziel sei es, die Verhandlungen voranzutreiben und eine politische Lösung zu erreichen, die die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine wahrt.

Telefonate zwischen Trump und Putin

Nach dem Treffen mit Selenskyj kündigte Trump ein weiteres Telefonat mit Putin an, um die Gespräche über den Friedensplan fortzuführen. Bereits zuvor hatte Trump eine „sehr produktive“ Telefonkonferenz mit dem russischen Präsidenten geführt. Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax bestätigte der Kremlsprecher Dmitri Peskow den Austausch, ohne jedoch Details über den Inhalt zu nennen.

Russlands Außenminister Serghei Lawrow erklärte, dass Russland weiterhin eng mit den US-amerikanischen Vermittlern zusammenarbeiten werde, um eine nachhaltige Lösung zu erreichen. Er kritisierte zugleich die Rolle der EU und bezeichnete sie als „Haupthemmnis“ für eine schnelle Beendigung des Konflikts.

Vorbereitung und internationale Abstimmung

Im Vorfeld des Treffens hatten hochrangige europäische Vertreter zusammen mit Selenskyj per Videokonferenz die Strategie für die Friedensgespräche abgestimmt. Insgesamt nahmen Vertreter von zwölf europäischen Ländern sowie Kanada, die EU-Kommission und die NATO teil. Dabei wurde die volle Unterstützung für die Ukraine erneuert und die Bedeutung enger Zusammenarbeit mit den USA hervorgehoben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plant im Januar ein weiteres Treffen des sogenannten „Willigen-Forums“, bei dem die Länder koordiniert werden sollen, die Kiew besonders stark unterstützen.

IAEA vermittelt temporären Waffenstillstand

Parallel zu den politischen Bemühungen meldete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) einen vorübergehenden Waffenstillstand in der Region des Kernkraftwerks Saporischschja. Ziel ist es, technische Reparaturen an wichtigen Stromleitungen durchzuführen und das Risiko eines nuklearen Unfalls zu minimieren. Die russischen Streitkräfte kontrollieren die Anlage seit März 2022, während wiederholt Vorwürfe gegenseitiger Angriffe die Lage verschärften.

Die IAEA bezeichnete diese „Fenster der Ruhe“ als wichtigen Schritt, um die Stromversorgung zwischen den Umspannwerken wiederherzustellen und das Risiko für die Bevölkerung zu verringern. Das Werk in Enerhodar gilt als größtes Kernkraftwerk Europas und eines der zehn größten weltweit.

Weiterhin Kämpfe in der Ukraine

Trotz der diplomatischen Bemühungen dauern die Kämpfe innerhalb der Ukraine an. Besonders in den Regionen Donezk und Saporischschja berichten beide Seiten über umkämpfte Gebiete. Eine unabhängige Überprüfung der Frontlinien ist derzeit schwierig, da der Zugang für Beobachter stark eingeschränkt ist.

Die Verhandlungen zwischen Trump und Selenskyj gelten daher als entscheidender Moment, um die Weichen für eine mögliche Beendigung des Konflikts zu stellen. Die internationale Gemeinschaft verfolgt gespannt, ob die geplante Friedensinitiative Erfolg haben wird.

Backlinks:
Hamas & Gaza Konflikt,
Selenskyj trifft Trump in Florida,
Trump-Selenskyj Friedensgespräch

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