Gold fällt: US-Dollar steigt nach Nominierung von Kevin Warsh für die Fed

International – Der Goldpreis setzte am Montag seinen Rückgang fort, getrieben durch die Stärke des US-Dollars und die Erwartungshaltung der Märkte bezüglich der künftigen Zinspolitik unter Kevin Warsh, dem Kandidaten von Präsident Donald Trump für den Vorsitz der US-Notenbank (Fed). Silber fiel zunächst um mehr als 10 %, konnte jedoch später einige Verluste ausgleichen.

Marktentwicklung am Montag

Gold im Spotmarkt fiel zunächst um 9,3 %, bevor es die Verluste auf rund 4,53 % reduzierte und ein Niveau von 4645 US-Dollar pro Unze erreichte (09:08 GMT). Die US-Futures für April-Lieferung sanken um 4,8 % auf 4516,70 US-Dollar pro Unze.

Silber konnte sich nach anfänglichem Einbruch von über 15 % auf 78,62 US-Dollar erholen, nachdem es am Donnerstag einen Rekordwert von 121,64 US-Dollar erreicht hatte. Platin fiel um 10 % auf 1948,59 US-Dollar pro Unze, nach einem Allzeithoch von 2918,80 US-Dollar am 26. Januar. Palladium sank im Spotmarkt um über 5 % auf 1591 US-Dollar.

Analyse der Marktkräfte

Fundamentale Faktoren laut Experten

Sara Eliasri, Finanzmarktstrategin bei CFI, betont, dass die fundamentalen Stützpfeiler für Gold weiterhin bestehen. Sie erwartet, dass sich Gold bis Mitte 2026 nahe 5000 US-Dollar pro Unze stabilisieren wird.

Daniyal Al-Banna von First Financial Markets weist darauf hin, dass die starken Rückgänge „über das übliche Gewinnmitnahmeniveau hinausgingen“ und nach einem abrupten Anstieg von über 400 US-Dollar pro Tag eine Marktbereinigung notwendig wurde. Margin-Anforderungen zwangen Investoren, zusätzliche Mittel bereitzustellen, andernfalls mussten Positionen liquidiert werden, was die Abwärtsbewegung verstärkte.

Psychologische und technische Faktoren

Der schnelle Rückgang von 5400–5500 US-Dollar auf rund 4700 US-Dollar verstärkte die Panik auf dem Markt. Die Marktteilnehmer reagierten empfindlich auf die Aussicht auf eine restriktive Geldpolitik unter Kevin Warsh, was zusätzlichen Druck auf die Edelmetalle erzeugte.

Langfristige Perspektiven

Khaled Al-Khatib, leitender Marktanalyst bei Easy Markets, betont, dass die fundamentalen Gründe für steigendes Gold weiterhin bestehen. Die aktuelle Schwäche bietet langfristigen Investoren Kaufgelegenheiten, insbesondere bei den Unterstützungsniveaus von 4400, 4250 und 4000 US-Dollar.

Mohammed Al-Muriri, Regionaldirektor von Orbex im Nahen Osten, erklärt, dass die Erhöhung der Margen durch die CME Group zu Verkaufswellen auf den Metallmärkten führte. Gleichzeitig haben fallende Aktienmärkte viele Investmentfonds gezwungen, ihre Goldpositionen zu reduzieren, um Liquidität zu sichern.

Auswirkungen der US-Zinspolitik

Die Ernennung von Kevin Warsh signalisiert eine mögliche restriktive Geldpolitik, die den US-Dollar stärkt. Ein stärkerer Dollar belastet den Goldpreis zusätzlich, da Edelmetalle in Dollar gehandelt werden und für Anleger außerhalb der USA teurer werden.

Fazit

Trotz kurzfristiger Volatilität bleibt die Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen stabil. Marktanalysten erwarten, dass geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und Zinspolitik das Potenzial haben, den Goldpreis langfristig weiter zu stützen und ihn möglicherweise bis auf 6000 US-Dollar pro Unze bis Ende 2026 zu treiben.


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