Feuerwerkskörper zu Silvester: Ärzte fordern Verbot, Nachfrage steigt
In Deutschland mehren sich die Warnungen vor den Gefahren von Feuerwerkskörpern zu Silvester. Klaus Reinhart, Präsident der Bundesärztekammer, appelliert dringend an die Politik, private Feuerwerkskörper zu verbieten. In einem Interview mit der RND betonte Reinhart, dass Unfälle durch unsachgemäßen Umgang jedes Jahr zahlreiche Menschen betreffen, insbesondere Kinder und Jugendliche.
Gefahren und Folgen
Reinhart erklärte, dass unsachgemäße Explosionen regelmäßig zu schweren Verletzungen führen. Häufig betroffen sind Augen, Haut und Gehör. „Dies führt dazu, dass Notaufnahmen überfüllt werden und das gesetzliche Gesundheitssystem Millionen kostet“, warnte der Arzt. Zudem beobachtete er, dass Feuerwerkskörper in der Vergangenheit wiederholt als Waffen gegen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte eingesetzt wurden.
Soziale und psychologische Aspekte
Besonders problematisch ist die Wirkung auf Geflüchtete, die bereits Kriegserfahrungen haben. Reinhart: „Für viele Ukrainer und Syrer sind die lauten Explosionen von Silvester traumatisch und rufen Angst und Panik hervor.“
Kontroverse um ein Verbot
Während Reinhart ein Verbot fordert, spricht sich Bundesverkehrsminister Patrick Schneider gegen ein generelles Verbot aus. Er verwies auf Traditionen und erklärte, dass er persönlich kein großer Fan von Feuerwerkskörpern sei, aber nicht jede Form verbieten wolle.
Steigende Nachfrage bei Herstellern
Trotz der Kritik steigt die Nachfrage nach Feuerwerkskörpern in Deutschland. Die Firmen WEC und C.A.M.E.T melden höhere Bestellungen für Silvester 2025. WEC erwartet rund 10% mehr Produkte als im Vorjahr, während C.A.M.E.T eine moderate Steigerung verzeichnet. Rund 85% der verkauften Ware stammt aus China, nur ein kleiner Teil wird noch lokal produziert.
Verkauf und Verfügbarkeit
Feuerwerkskörper dürfen in Deutschland vom 29. bis 31. Dezember verkauft werden. Nicht verkaufte Produkte werden an Hersteller zurückgegeben, wobei die Rücklaufquote von WEC im letzten Jahr unter den Erwartungen lag. Die größte deutsche Produktionsstätte in Itterfahl beschäftigt etwa 260 Mitarbeiter.
Fazit
Die Diskussion über Feuerwerkskörper zu Silvester bleibt kontrovers. Auf der einen Seite stehen steigende Verkaufszahlen und Traditionen, auf der anderen Seite die Warnungen von Medizinern über Sicherheitsrisiken, Kosten für Krankenhäuser und die psychische Belastung für sensible Bevölkerungsgruppen.



