Milch richtig erhitzen: Gesundheitsmythen entlarvt
Viele Menschen erhitzen Milch übermäßig, in der Annahme, dies erhöhe ihre gesundheitliche Sicherheit. Experten warnen jedoch: Zu langes Kochen kann wertvolle Nährstoffe zerstören.
Warum langes Kochen schadet
Dr. Shihab Salah, Facharzt für Ernährungsmedizin, erklärt, dass wiederholtes Aufkochen oder die Bildung einer dicken Haut auf der Milch einige hitzeempfindliche Vitamine abbaut.
„Milch enthält essentielle Mikronährstoffe wie die Vitamine B2 und B12 sowie Folsäure. Intensive Hitze verringert deren Konzentration allmählich“, sagt Dr. Salah.
Außerdem beeinträchtigt starkes Erhitzen die Proteinqualität, insbesondere das Molkenprotein, das sich bei hohen Temperaturen verändert.
Warum Milch nicht ständig gekocht werden muss
Pasteurisierte Milch aus dem Handel wurde bereits erhitzt, um Keime abzutöten. Ein leichtes Erwärmen vor dem Trinken ist ausreichend. Übermäßiges Kochen steigert weder den Nutzen noch die Sicherheit.
Dr. Salah betont zudem, dass zu starkes Erhitzen die Bioverfügbarkeit von Kalzium reduziert, da hohe Temperaturen das Gleichgewicht der Mineralstoffe verändern.
Die richtige Methode
Experten raten, Milch nur so lange zu erhitzen, bis leichter Dampf aufsteigt, ohne dass sie kocht. Danach sollte sie sofort von der Hitze genommen werden, um die Nährstoffe zu bewahren.
Ein weiteres wichtiges Detail: Wiederholtes Aufwärmen nach dem Abkühlen verringert die Qualität und kann das Bakterienwachstum fördern, besonders wenn die Milch längere Zeit bei Raumtemperatur steht.



