Danone ruft über 120 Chargen Babymilch zurück

Die französische Lebensmittelgruppe Danone hat über 120 Chargen ihrer Babymilchprodukte Aptamil und Milumil in Österreich und Deutschland zurückgerufen, wie die österreichische Lebensmittelaufsichtsbehörde am Mittwoch mitteilte. Grund sind aktualisierte Empfehlungen für die Höchstwerte der Cereulide-Substanz.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte zuvor die zulässigen Höchstwerte für diese Toxine in Babymilch deutlich gesenkt, da sie Durchfall und Erbrechen verursachen können. Die Substanz wurde in arachidonsäurereichen Ölen festgestellt, die aus chinesischen Zulieferungen stammen und weltweit an führende Hersteller geliefert werden.

Globale Rückrufwelle in der Babynahrungsindustrie

Seit Nestlé im Dezember 2025 erste Chargen in rund 60 Ländern zurückrief, folgten weitere Rückrufe durch Danone, Lactalis und andere Anbieter. Der globale Sektor für Babynahrung sieht sich einer der schwersten Lebensmittelsicherheitskrisen der letzten Jahre gegenüber.

Die US-amerikanische FDA und CDC hatten bereits im November 2025 eine Rückrufaktion für Produkte von ByHeart nach einem Ausbruch von Infant Botulism gestartet. Über 80 Verdachtsfälle wurden gemeldet, wobei Symptome wie Muskelschwäche und Atembeschwerden bis zu 30 Tage nach dem Konsum auftreten können.

Auswirkungen auf große Hersteller

Die Krise betraf nicht nur die USA, sondern auch europäische Branchenriesen wie Nestlé, Danone und Lactalis. Entdeckte Toxine der Bacillus cereus-Bakterien führten zu Rückrufen von Produkten wie NAN, BEBA und S-26 Gold in mehr als 60 Ländern. Als Ursache wurde unter anderem Arachidonsäure-Öl identifiziert.

Regulatorische Maßnahmen in der Region

Die Saudi Food & Drug Authority (SFDA) reagierte schnell und veröffentlichte am 6. Januar 2026 eine offizielle Warnung zu betroffenen Nestlé-Produkten. In Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden ebenfalls strengere Kontrollen eingeführt, um kontaminierte Chargen aus dem Handel zu entfernen.

Experten sehen in dieser Krise eine Schwachstelle in globalen Lieferketten: Ein einziger verunreinigter Rohstoff kann Produktionslinien multinationaler Unternehmen lahmlegen. Die WHO und internationale Stellen fordern daher strengere Kontrollen der Primärlieferanten.

Quellen und weiterführende Links

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein