Bürsche 718: Porsche prüft Stopp der Elektropläne
Deutschland – Michael Lerts, der neue CEO von Porsche, erwägt offenbar, die Pläne für die elektrische Version des Sportwagens Porsche 718 – einschließlich der Modelle Cayman und Boxster – aufzugeben. Grund dafür sind anhaltende Verzögerungen bei der Entwicklung sowie steigende Kosten, wie aus unternehmensnahen Quellen berichtet wird.
Seit über sechs Jahren plant Porsche die Einführung der 718-Elektrofahrzeuge. Ursprünglich sollte der Marktstart 2025 erfolgen, doch die ambitionierten Ziele ließen sich nicht termingerecht umsetzen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Markt und Strategie: Rückzug aus US-Vorbestellungen
Im Herbst 2025 stellte Porsche offiziell den Verkauf der elektrischen 718 in den USA ein. Kurz zuvor hatte das Unternehmen seine Verpflichtung bekräftigt, weiterhin neue Generationen der Porsche RS-Serie mit Verbrennungsmotoren auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig kündigte Porsche an, die Plattform der 718 für Verbrennungsmotoren anzupassen, was den Fokus auf klassische Antriebe unterstreicht.
Laut Insiderangaben könnte die Entscheidung, die 718-Elektrovarianten zurückzustellen, notwendig sein, um die Strategie des Unternehmens zu korrigieren. Porsche sah sich aufgrund rückläufiger Verkaufszahlen in China und gestiegener Produktionskosten zu einer Neubewertung gezwungen. Dennoch sei die endgültige Entscheidung über die Zukunft der 718-Elektrofahrzeuge noch nicht gefallen.
Steigender Anteil von Elektroautos in Deutschland
Das Kraftfahrt-Bundesamt meldete am Mittwoch, dass der Anteil neu zugelassener Elektroautos zu Beginn des Jahres 2026 wieder gestiegen sei. Im Januar wurden 42.700 Elektrofahrzeuge erstmals zugelassen, ein Plus von rund 24% im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil am Gesamtmarkt beträgt nun 22%, ein Anstieg um mehr als fünf Prozentpunkte gegenüber Januar 2025 (dpa).
Konstantin Gall, Experte für Mobilität bei EY, erklärt, dass dieser Anstieg vor allem auf die insgesamt schwache Entwicklung des Automobilmarktes zurückzuführen sei. Gleichzeitig habe sich das Wachstum bei Elektrofahrzeugen im Januar abgeschwächt – nach einem starken Dezember mit 63% Wachstum – was er auf Unsicherheiten bezüglich neuer staatlicher Förderungen zurückführt.
Marktübersicht: Rückgang bei Neuzulassungen
Insgesamt verzeichnete der deutsche Neuwagenmarkt im Januar 2026 einen Rückgang. Es wurden 193.900 Pkw neu zugelassen, 6,6% weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Dabei entfielen rund 70% auf gewerbliche Zulassungen, der Rest auf private Käufer.
Porsche steht somit vor einem strategischen Wendepunkt: Die Zukunft der 718-Elektroreihe bleibt unsicher, während der Markt für Elektrofahrzeuge weiterhin wächst, aber durch regulatorische und wirtschaftliche Faktoren beeinflusst wird.



