Deutschland erwägt Boykott der WM 2026 wegen Trumps Grönland-Plänen

Berlin – Deutschland hat offiziell nicht ausgeschlossen, die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zu boykottieren, falls US-Präsident Donald Trump weiterhin auf eine Übernahme Grönlands bestehen sollte. Das Thema sorgt für wachsende Spannungen zwischen Washington und den europäischen Partnern, insbesondere innerhalb der NATO.

Trump plant, Grönland, das politisch zu Dänemark gehört, unter Berufung auf nationale Sicherheitsinteressen stärker in den Einflussbereich der USA zu integrieren. Dieses Vorgehen hat in Europa und auch bei der NATO für deutliche Besorgnis gesorgt.

Politischer Druck aus Berlin

Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und enger Vertrauter von Bundeskanzler Friedrich Merz, bestätigte gegenüber der Bild, dass ein Boykott der WM 2026 als letzter Schritt in Erwägung gezogen wird. Ziel sei es, Trump zu einem Umdenken in der Grönland-Frage zu bewegen.

„Ein Boykott wäre nur die äußerste Maßnahme, um Präsident Trump zur Vernunft zu bewegen“, sagte Hardt und betonte, dass dabei vor allem der Druck innerhalb der NATO eine Rolle spielen werde, um gemeinsame Sicherheitsinteressen in der Arktis zu wahren.

Die politische Dimension der WM

Die Äußerungen Hardts markieren den ersten offiziellen Hinweis eines hochrangigen deutschen Politikers, dass eine europäische Fußballmacht eine Teilnahme an der WM 2026 in Frage stellt. Mit weniger als fünf Monaten bis zum Turnierstart in den USA, Kanada und Mexiko könnte ein solcher Schritt das Turnier organisatorisch und politisch erheblich erschüttern.

Die spanische Zeitung Marca bezeichnete eine mögliche deutsche Absage als einen „dramatischen Verlust“ für das Turnier, da Deutschland zu den Fußballgroßmächten der Welt zählt und bereits viermal den Weltmeistertitel (1954, 1974, 1990, 2014) gewonnen hat.

Weitere europäische Stimmen

Nicht nur deutsche Politiker, sondern auch Sportpersönlichkeiten haben das Thema aufgegriffen. So äußerte der ehemalige französische Nationaltrainer Claude Le Roy ähnliche Bedenken und deutete an, dass ein kollektives Vorgehen gegen Trumps Grönland-Politik möglich sei.

Auch der britische Journalist Piers Morgan brachte auf seiner Plattform X (ehemals Twitter) die Idee ins Spiel, dass Länder wie England, Frankreich, Spanien, Deutschland, Portugal, die Niederlande, Norwegen und Italien ihre Teilnahme aussetzen könnten, solange die Handels- und Sicherheitsgespräche mit den USA ungelöst bleiben. Morgan warnte, dass der Wegfall mehrerer Top-Teams das Turnier stark beeinträchtigen könnte.

Handelsstreit und Spannungen

Die politischen Spannungen verschärfen sich durch die von der Trump-Regierung angekündigten Zölle von 10% auf europäische Produkte. Diese Maßnahme betrifft acht europäische Länder und stellt einen direkten Druckmittelversuch dar, um die Zustimmung zu Trumps Plänen für Grönland zu erzwingen. Gleichzeitig signalisiert Deutschland, dass die Sicherung von Allianzen innerhalb der NATO weiterhin Priorität hat.

Fazit

Die Diskussion über einen möglichen WM-Boykott zeigt, wie eng Sport und Geopolitik miteinander verflochten sind. Deutschlands Drohung, die Weltmeisterschaft zu boykottieren, könnte den Druck auf die USA erhöhen und gleichzeitig die Notwendigkeit betonen, dass europäische Länder ihre strategische Unabhängigkeit wahren. Ob es tatsächlich zu einer Absage kommt, bleibt derzeit unklar, doch die Androhung allein hat bereits Wellen in der internationalen Sport- und Politiklandschaft ausgelöst.

Während die Welt auf die Entwicklungen blickt, bleibt Grönland weiterhin ein geopolitischer Brennpunkt zwischen den USA und Europa, und die WM 2026 droht zu einem Prüfstein für die europäisch-amerikanischen Beziehungen zu werden.

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