Alexander Nouri beginnt ein neues Kapitel fernab des Profifußballs

Deutschland – Der ehemalige Bundesliga-Trainer Alexander Nouri hat sich bewusst für einen radikalen Neuanfang entschieden. Nach vier Jahren vollständiger Abwesenheit vom Trainerberuf schlägt der 46-Jährige einen überraschenden, aber gut durchdachten Karriereweg ein – weit entfernt von Taktiktafeln, Spielanalysen und Trainerbänken.

Wie die spanische Sportzeitung Marca berichtet, hat Nouri Anfang Januar eine neue berufliche Aufgabe übernommen: die Leitung von zwei Filialen der internationalen Fast-Food-Kette McDonald’s in der westdeutschen Stadt Herzogenrath im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Vom Bundesliga-Trainer zum Restaurantmanager

Damit legt Nouri die taktische Verantwortung im Profifußball vorerst beiseite und konzentriert sich vollständig auf ein Arbeitsumfeld, das auf den ersten Blick wenig mit dem Spitzensport gemein hat. Doch der frühere Werder-Coach sieht durchaus Parallelen zwischen beiden Welten.

„Am Ende geht es in beiden Berufen darum, Menschen zusammenzubringen“, erklärte Nouri. „Ob Spieler auf dem Platz oder Mitarbeitende im Restaurant – man muss verstehen, wer einem gegenübersitzt, was ihn motiviert und was er braucht, um sein Bestes zu geben.“

Sein Schritt wird von Beobachtern als bewusste Entscheidung für mehr persönliche Stabilität interpretiert – fernab der Kurzlebigkeit und des permanenten Erfolgsdrucks im Profifußball.

Rückblick auf eine bewegte Trainerlaufbahn

Zuletzt war Alexander Nouri im Jahr 2022 als Cheftrainer des griechischen Klubs Kavala FC tätig. Die sportlich schwierige Phase endete jedoch mit dem letzten Tabellenplatz, woraufhin sich Nouri vollständig aus dem Trainergeschäft zurückzog.

Seinen größten sportlichen Erfolg feierte er zuvor in der Saison 2015/2016, als er seinen Jugendverein Werder Bremen in einer dramatischen Phase vor dem Abstieg aus der Bundesliga bewahrte. Eine Serie von elf Spielen ohne Niederlage – darunter neun Siege – sicherte dem Klub damals den Klassenerhalt.

Stationen und Qualifikationen

Im Laufe seiner Trainerkarriere arbeitete Nouri unter anderem für den VfB Oldenburg, die Jugendmannschaften von Werder Bremen, FC Ingolstadt, Hertha BSC – dort zunächst als Co-Trainer und später als Interimslösung – sowie zuletzt für Kavala in Griechenland.

Als Spieler beendete Nouri seine aktive Laufbahn im Jahr 2011 nach 13 Jahren Profifußball. 2016 erwarb er die UEFA-Trainerlizenz – zeitgleich mit seinem Landsmann Julian Nagelsmann, dem heutigen Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft.

Ein bewusster Schritt in Richtung Normalität

Ob Alexander Nouri eines Tages auf die Trainerbank zurückkehrt, bleibt offen. Fest steht jedoch: Sein aktueller Weg steht sinnbildlich für einen seltenen, aber bemerkenswerten Perspektivwechsel im modernen Profifußball – weg vom Rampenlicht, hin zu einem geregelten Alltag mit langfristiger Planung.


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