Barrierefrei & Sicher: Paracetamol in der Schwangerschaft

Europa – Europäische Forscher bestätigen, dass die Einnahme von Paracetamol (Tylenol) während der Schwangerschaft sicher ist. Laut der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz gibt es keinen Zusammenhang zwischen Paracetamol und einem erhöhten Risiko für Autismus oder ADHS bei Kindern.

Auslöser der Debatte: Warnungen von Donald Trump

Die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, der schwangeren Frauen von der Einnahme des Medikaments abriet, stießen bei internationalen und nationalen Experten auf deutliche Kritik. Wissenschaftler betonten, dass seine Warnungen nicht auf belastbaren Daten basieren.

Umfassende Studie mit Hunderttausenden von Kindern

Die Studie, veröffentlicht in The Lancet Obstetrics, Gynecology & Women’s Health, analysierte die besten verfügbaren Beweise zu Paracetamol während der Schwangerschaft. Die leitende Forscherin, Dr. Asma Khalil von der St. George’s University in London, erklärte: „Die zentrale Botschaft lautet Beruhigung. Die Anwendung von Paracetamol nach medizinischer Empfehlung zeigt keine kausale Verbindung zu Autismus, ADHS oder geistigen Behinderungen.“

Methodik: Geschwisterstudien zur Kontrolle von Umweltfaktoren

Die Forscher führten eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von 43 früheren Studien durch. Besonders beachtet wurden Studien, die Geschwister verglichen, von denen eines während der Schwangerschaft Paracetamol erhielt. Diese Methodik reduziert den Einfluss genetischer und gemeinsamer Umweltfaktoren.

Die Analyse umfasste über 260.000 Kinder bezüglich Autismus und mehr als 335.000 Kinder hinsichtlich ADHS und geistiger Beeinträchtigungen.

Keine statistische Verbindung festgestellt

Die Ergebnisse zeigten, dass keine signifikante Assoziation zwischen Paracetamol während der Schwangerschaft und neurologischen Störungen besteht. Frühere Hinweise, die eine mögliche Verbindung nahelegten, wiesen laut den Forschern erhebliche methodische Verzerrungen auf.

Expertenkommentar & ärztliche Empfehlungen

Dr. Grainne MacAlonan, Professorin für Translational Neuroscience an der King’s College London, begrüßte die Ergebnisse und hofft, dass die Studie das anhaltende öffentliche Missverständnis beendet.

Paracetamol bleibt das am häufigsten empfohlene Schmerzmittel für schwangere Frauen. Ärzte raten zur Anwendung der geringstmöglichen Dosis über kürzeste Zeiträume, um Schmerzen und Fieber zu kontrollieren, da unbehandelte Beschwerden Risiken für Mutter und Kind bergen können.

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