USA beschlagnahmen erneut Öltanker vor Venezuelas Küste
Die Vereinigten Staaten haben vor der Küste Venezuelas einen weiteren Öltanker beschlagnahmt.
US-Medien berichteten am Samstag, dass die Maßnahme Teil einer verschärften Strategie der Regierung von Präsident Donald Trump sei,
um den wirtschaftlichen Druck auf Caracas durch einen faktischen Ölblockade-Kurs weiter zu erhöhen.
Bereits in der vergangenen Woche hatten US-Streitkräfte einen ersten Tanker abgefangen.
Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro reagierte damals scharf und sprach von
„maritimer Piraterie“ sowie einem offenen Angriff auf die wirtschaftliche Souveränität seines Landes.
Zweite Beschlagnahmung innerhalb weniger Wochen
Nach Angaben von drei mit dem Vorgang vertrauten US-Beamten, die gegenüber Reuters anonym bleiben wollten,
arbeiteten amerikanische Behörden bereits am Samstag an der Abfangung eines weiteren sanktionierten Schiffes
in internationalen Gewässern vor Venezuela.
Die Operation erfolgte nur wenige Tage nach Trumps Ankündigung eines umfassenden „Belagerungsregimes“
gegen alle sanktionierten Öltanker, die venezolanische Häfen anlaufen oder verlassen.
Es handelt sich bereits um die zweite Beschlagnahmung innerhalb kurzer Zeit –
eingebettet in eine auffällige militärische Präsenz der USA in der Region.
Federführend bei dem Einsatz sei laut den Beamten die US-Küstenwache gewesen.
Faktisches Ölembargo mit spürbaren Folgen
Seit der ersten Beschlagnahmung meiden zahlreiche Tanker venezolanische Gewässer.
Millionen Barrel Rohöl liegen derzeit ungenutzt vor der Küste, da Reedereien eine Konfiszierung fürchten.
Die Auswirkungen zeigen sich deutlich: Die venezolanischen Rohölexporte sind innerhalb weniger Tage massiv eingebrochen.
Sollte der Ölfluss langfristig unterbrochen bleiben, warnen Marktbeobachter vor einem möglichen Verlust
von bis zu einer Million Barrel pro Tag auf dem Weltmarkt – ein Szenario, das mittelfristig
steigende Rohölpreise begünstigen könnte.
Globale Überversorgung trifft auf geopolitische Risiken
Derzeit ist der Ölmarkt zwar gut versorgt. Vor allem vor der chinesischen Küste lagern Millionen Barrel
auf Tankern und warten auf ihre Entladung.
Doch eine anhaltende Blockade venezolanischer Exporte könnte dieses fragile Gleichgewicht kippen.
Analysten verweisen darauf, dass geopolitische Eingriffe zunehmend zur zentralen
Preisvariable auf dem Energiemarkt werden – insbesondere dann, wenn mehrere Förderländer gleichzeitig unter Sanktionen stehen.
Das sogenannte „Schattenflotten“-Problem
Seit der Verhängung von US-Sanktionen gegen den venezolanischen Energiesektor im Jahr 2019
greifen Händler und Raffinerien verstärkt auf sogenannte „Schattenflotten“ zurück.
Dabei handelt es sich um Öltanker, die ihre Ortungssysteme abschalten oder unter wechselnden Flaggen operieren,
um Sanktionen zu umgehen – ein Modell, das auch beim Transport von iranischem und russischem Öl Anwendung findet.
Laut Daten von TankerTrackers.com befinden sich aktuell mehr als 70 Öltanker in venezolanischen Gewässern,
die diesem informellen Netzwerk zugerechnet werden. Rund 38 davon stehen unter direkter
Sanktionsaufsicht des US-Finanzministeriums. Mindestens 15 Schiffe sind demnach voll beladen
mit Rohöl oder Treibstoff.
Ausblick: Eskalation mit offenem Ausgang
Branchenexperten warnen, dass die US-Strategie das Risiko einer weiteren Eskalation birgt.
Sollten Maßnahmen gegen die Schattenflotte ausgeweitet werden,
könnte dies nicht nur Venezuela treffen, sondern auch globale Lieferketten destabilisieren.
Die jüngsten Ereignisse verdeutlichen, dass der Konflikt um venezolanisches Öl längst
über wirtschaftliche Sanktionen hinausgeht und sich zunehmend zu einem geopolitischen
Machtinstrument entwickelt.
US-Beschlagnahmung von Öltankern vor Venezuela
Die jüngste Beschlagnahmung eines Öltankers vor der Küste Venezuelas durch die US-Küstenwache unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen Washington und Caracas. Analysten beobachten die sogenannte „Schattenflotte“ mit Sorge, da Sanktionen und Blockaden nicht nur die venezolanischen Exporte treffen, sondern auch den globalen Ölmarkt spürbar beeinflussen könnten.
Die US-Regierung erklärte, dass sie weiterhin gegen den illegalen Transport sanktionierten Öls vorgehen wird, das zur Finanzierung unerlaubter Aktivitäten verwendet wird.
In a pre-dawn action early this morning on Dec. 20, the US Coast Guard with the support of the Department of War apprehended an oil tanker that was last docked in Venezuela.
The United States will continue to pursue the illicit movement of sanctioned oil that is used to fund…
pic.twitter.com/nSZ4mi6axc— Secretary Kristi Noem (@Sec_Noem)
December 20, 2025




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