Pep Guardiola zeigt Haltung – Solidarität mit Gaza

Barcelona – In einem selten klaren politischen Auftritt hat Pep Guardiola, Trainer von Manchester City, an der Solidaritätsveranstaltung „Act x Palestine“ in Barcelona teilgenommen. Die Initiative richtet den Fokus auf das Leid der Zivilbevölkerung im Gazastreifen – insbesondere auf die Schicksale der Kinder.

Guardiola sprach in einer aufgezeichneten Videobotschaft über Bilder, die ihn seit Monaten begleiten. Szenen von Kindern, die unter Trümmern nach ihren Eltern rufen, hätten sich tief in sein Gedächtnis eingebrannt. Für den spanischen Coach sind es keine anonymen Aufnahmen mehr, sondern menschliche Tragödien, die eine kollektive Verantwortung offenlegen.

„Wir haben sie allein gelassen“

Der 54-Jährige beschrieb das Gefühl moralischen Versagens mit ungewohnter Schärfe. Immer wieder stelle er sich die Frage, was in den Köpfen jener Kinder vorgehe, die ihre Familien verloren haben. Die Welt habe zugesehen, geschwiegen – und sich damit mitschuldig gemacht.

Besonders hart fiel seine Kritik an politischen Entscheidungsträgern aus. Menschen, die in Sicherheit lebten, schickten andere in den Tod und versteckten sich hinter Machtstrukturen und Gleichgültigkeit. Mut, so Guardiola, fehle dort, wo er am dringendsten gebraucht werde.

Schweigen als stärkste Waffe

In seiner Rede machte Guardiola deutlich, dass Zerstörung nicht nur durch Bomben entstehe. Gleichgültigkeit, Wegschauen und Schweigen seien das eigentliche Ziel – eine lähmende Passivität, die Veränderung verhindere. Bereits bloße Präsenz, so seine Botschaft, könne ein Zeichen setzen und Hoffnung erzeugen.

Guardiolas Rede bei „Act x Palestine“

Sportliche Ikone, politische Stimme

Guardiola reiht sich mit diesem Auftritt in eine kleine Gruppe prominenter Sportpersönlichkeiten ein, die ihre Reichweite bewusst für politische und humanitäre Anliegen nutzen. Sein Appell ist kein taktisches Statement, sondern eine moralische Standortbestimmung – klar, unbequem und emotional.

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