Merkz Besuch in Qatar: Deutschland stärkt Rüstungspartnerschaften

Doha – Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem offiziellen Besuch in Qatar die Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich Rüstung und Sicherheit bekräftigt. Die Reise folgt auf einen Zwischenstopp in Saudi-Arabien und ist Teil einer umfassenden Golf-Tour, die auch die Vereinigten Arabischen Emirate einschließt.

Kooperation im Rüstungsbereich

Merz erklärte in Doha, dass die Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik „im beiderseitigen Interesse“ liege. Ziel sei es, die Sicherheit in der Region zu stärken. „Nur wenn wir unsere Partner schützen und Verantwortung teilen, kann die Welt sicherer werden“, betonte er.

Der Kanzler machte deutlich, dass vertrauenswürdige Partnerstaaten wie Qatar oder Saudi-Arabien künftig stärker auf die Kooperation mit Deutschland in militärischen Bereichen setzen können als bisher. Gleichzeitig stellte er klar: „Dies bedeutet nicht, dass wir nun alle Waffen uneingeschränkt exportieren. Jede Lieferung wird weiterhin einzeln geprüft.

Merz wies zudem darauf hin, dass die Bundesregierung bereits im vergangenen Sommer die Exportrestriktionen gelockert habe. Dadurch wurden unter anderem die Voraussetzungen für die Lieferung von Eurofighter-Kampfjets nach Saudi-Arabien geschaffen.

Strategische Gespräche mit dem Emir von Qatar

Amir Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani empfing den Kanzler am 5. Februar im Amiri-Diwan in Doha. Beide Seiten führten intensive Gespräche über die Stärkung der bilateralen Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft, Investitionen, Handel, Energie und militärische Kooperation.

Der Emir würdigte die bisherigen Erfolge der strategischen Partnerschaft in einer Mitteilung auf X (ehemals Twitter): „Wir schätzen die fruchtbare Zusammenarbeit mit unseren Freunden in Deutschland und freuen uns auf eine kontinuierliche Erweiterung in neuen, vielversprechenden Bereichen.“

Wirtschaftlicher Fokus neben Sicherheit

Merz betonte, dass Deutschland seine wirtschaftlichen und investiven Beziehungen zu den Golfstaaten intensivieren wolle. Begleitet wird der Kanzler von CEOs führender deutscher Unternehmen, darunter Uniper und Deel Defense, um neue Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten zu sondieren.

Historische Zurückhaltung bei Waffenausfuhren

Deutschland hatte in der Vergangenheit Rüstungsexporte in die Golfregion mit Vorsicht gehandhabt, insbesondere wegen Menschenrechtsbedenken und der Beteiligung der Staaten an regionalen Konflikten wie dem Krieg im Jemen. Saudi-Arabien war über Jahre hinweg von Waffengeschäften ausgeschlossen.

Merz erklärte, dass diese Themen auch bei den Treffen in Saudi-Arabien und Qatar angesprochen wurden, jedoch hinter verschlossenen Türen, um konstruktive Dialoge zu ermöglichen.

Bedeutung für die Region

Die aktuelle Initiative Deutschlands zur verstärkten Rüstungs- und Sicherheitskooperation wird von Experten als strategisch bedeutsam angesehen. Neben der militärischen Dimension könnten die vertieften wirtschaftlichen und investiven Beziehungen langfristig die Stabilität und Zusammenarbeit in der Golfregion stärken.

Quellen und weiterführende Links

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