Kampf um die 6. Generation: Die Zukunft der Luftüberlegenheit

Kaum hat die Welt die fünfte Generation von Kampfjets vollständig aufgenommen, entbrennt bereits der Wettlauf um die sechste Generation. Dieser neue Wettkampf definiert die Luftüberlegenheit nicht mehr nur über Geschwindigkeit oder Manövrierfähigkeit, sondern über Informationskontrolle und die Fähigkeit, Drohnenschwärme in zukünftigen Gefechten zu führen.

Der strategische Wettlauf

In einem Artikel der National Interest beschreibt der US-amerikanische Verteidigungsexperte Harrison Kass, dass der Wettlauf um die Entwicklung von Kampfjets der sechsten Generation keine theoretische Vorstellung mehr ist, sondern Realität. Führend in diesem Rennen sind die Vereinigten Staaten und China, während Europa aufholen möchte und Russland am Rand des Geschehens steht.

Warum die sechste Generation?

Obwohl die fünfte Generation noch relativ neu ist, sehen die großen Nationen die Notwendigkeit, die nächste Generation zu entwickeln, um die wachsende strategische Überlegenheit zu sichern. Nur eine kleine Anzahl von Staaten hat die technischen und finanziellen Möglichkeiten, diese hochkomplexen Maschinen zu entwickeln.

Merkmale der Zukunftskämpfer

Die Kampfflugzeuge der sechsten Generation sollen zwischen den späten 2020er und 2040er Jahren einsatzbereit sein. Die erste Plattform wird voraussichtlich die Tarnkappenbomber B-21 Raider sein, von denen bereits mehrere Prototypen existieren und ein Einsatz ab 2027 erwartet wird.

Zu den Eigenschaften gehören:

  • Integration bemannter und unbemannter Systeme über kooperative Kampfdrohnen.
  • Fortgeschrittene Kommunikationsnetzwerke und umfassende Sensorfusion.
  • Anpassungsfähige Triebwerke und Energieerzeugung für optimale Geschwindigkeit und Treibstoffeffizienz.
  • Umfassende Stealth-Technologien für Tarnung und Überleben in feindlicher Umgebung.

Der Fokus verschiebt sich von reiner Flugleistung hin zur Informationsdominanz. Piloten werden zunehmend als Missionsleiter agieren, die auf situatives Bewusstsein und vernetzte Systeme setzen.

Globale Bewertung des Wettlaufs

Die Vereinigten Staaten führen mit dem Programm „Next-Generation Air Dominance“ und streben an, die chinesische Präsenz im Indo-Pazifik zu neutralisieren. Die Kosten sind extrem hoch, aber der strategische Vorteil könnte enorm sein.

China gilt als einziger ernsthafter Konkurrent, profitiert von großen industriellen Kapazitäten und massiven Investitionen in KI, Luftfahrttechnologien und Sensorsysteme, hat aber weiterhin Probleme bei Triebwerken und militärischer Kampferfahrung.

In Europa behindern unterschiedliche Projekte, wie das französisch-deutsch-spanische „FCAS“-System und das britisch-italienisch-japanische „Tempest“-Projekt, eine einheitliche Kampfflugzeugentwicklung der sechsten Generation.

Russland hingegen bleibt aufgrund schwacher industrieller Basis und internationaler Sanktionen weitgehend abseits des Rennens.

Fazit

Der Wettlauf um die sechste Generation von Kampfjets ist real und konzentriert sich auf wenige Nationen, die die finanziellen und technologischen Mittel besitzen. Wer zuerst operative Jets dieser Generation einsetzen kann, wird langfristige Luftüberlegenheit und strategische Dominanz genießen.

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