Israels Botschafter sieht linken Antisemitismus als größte Gefahr

Berlin – Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor,
hat mit deutlichen Worten vor einer wachsenden Gefahr des linken Antisemitismus
in der Bundesrepublik gewarnt.

„Linker Antisemitismus ist besonders gefährlich“

In einem Interview mit der Rheinischen Post erklärte Prosor,
dass es in Deutschland unterschiedliche Formen von Judenfeindlichkeit gebe.

„Es existiert rechter Antisemitismus, islamistischer Antisemitismus
und linker Antisemitismus. Aus meiner Sicht ist die linke Variante die gefährlichste“,
sagte der Diplomat.

Während rechtsextreme Gruppen offen auftreten und klar benannt werden könnten,
agierten linksextreme Akteure oft subtiler.

Kritik an versteckter Ideologie-Verbreitung

Besonders problematisch sei laut Prosor,
dass Teile des extrem linken Spektrums Ideologien wie jene der Hamas
indirekt legitimierten und verbreiteten.

„Diese Akteure bewegen sich unter dem Deckmantel von Menschenrechten
oder Antikolonialismus – und genau hier stößt der deutsche Staat an seine Grenzen“,
so der Botschafter.

Unterstützung für härteres Vorgehen an Universitäten

Prosor sprach sich zudem dafür aus,
gegen antisemitische Vorfälle an Hochschulen konsequenter vorzugehen.

Extremisten nutzten die Meinungsfreiheit,
um gezielt zu provozieren und einzuschüchtern.

„Ich befürworte die Möglichkeit,
Studierende zu exmatrikulieren,
die antisemitische Inhalte verbreiten oder Kommilitonen bedrohen“,
betonte Prosor.

Er verwies jedoch darauf,
dass es bislang keine bundesweit einheitliche Rechtsgrundlage
für ein solches Vorgehen gebe.

Vorfall an der Technischen Universität München

Hintergrund der Debatte sind unter anderem Ereignisse
an der Technischen Universität München.

Am 9. November 2025 besetzten rund 40 pro-palästinensische Aktivisten
das Hauptgebäude der Universität.

Nach Angaben der Polizei zündeten Teilnehmer Feuerwerkskörper,
hängten Banner auf und forderten den Stopp von Forschungsprojekten,
die sie als Unterstützung eines „Apartheid-Systems“ bezeichneten.

Erst nach Androhung rechtlicher Schritte verließen die Aktivisten das Gebäude,
das anschließend von der Polizei gesichert wurde.

Kultur und Wissenschaft besonders betroffen

Nach Einschätzung des israelischen Botschafters
sei linker Antisemitismus vor allem im kulturellen
und akademischen Umfeld stark verbreitet.

„Ich kenne zahlreiche israelische Künstler und Filmschaffende,
die plötzlich nicht mehr eingeladen werden
oder ihre Herkunft verschweigen müssen,
um akzeptiert zu werden“,
sagte Prosor.

Besonders paradox sei dabei,
dass viele dieser Künstler selbst scharfe Kritiker
der israelischen Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu seien.

„Doch selbst diese Stimmen werden nicht toleriert,
wenn sie aus Israel stammen“,
so der Diplomat.

Ein gesellschaftliches Problem mit politischer Sprengkraft

Die Aussagen des Botschafters werfen erneut Fragen
nach dem Umgang Deutschlands mit Antisemitismus
in all seinen Erscheinungsformen auf.

Dabei zeigt sich,
dass wirtschaftliche, sicherheitspolitische
und gesellschaftliche Herausforderungen zunehmend miteinander verknüpft sind.

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Fazit

Die Debatte um linken Antisemitismus gewinnt in Deutschland spürbar an Schärfe.
Die Aussagen von Ron Prosor zeigen,
dass die Auseinandersetzung längst nicht mehr
nur eine sicherheitspolitische,
sondern auch eine kulturelle und akademische Dimension erreicht hat.

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