Friedrich Merz: Europas neue Selbstachtung in unsicheren Zeiten

Berlin – Inmitten globaler Umbrüche richtet Bundeskanzler Friedrich Merz den Blick auf Chancen für Europa. Trotz einer zunehmend unsicheren Welt betont er vor dem Bundestag die Bedeutung von Selbstbewusstsein und europäischer Geschlossenheit.

Düstere Lage, klare Botschaft

Merz beschreibt die aktuelle Weltlage als rau und geprägt von Großmachtkonflikten. „Wir spüren deutlich, dass eine Welt der Großmächte entsteht“, sagt er. Doch gleichzeitig richtet er den Fokus auf positive Entwicklungen: Europa habe erstmals wahrgenommen, „dass wir eine eigene Macht sein können, basierend auf unseren Werten“.

Das Glück der Selbstachtung

Die jüngsten europäischen Reaktionen auf globale Herausforderungen, etwa Trumps Zolldrohungen, zeigen laut Merz, dass schnelle, gemeinsame Handlungen Wirkung entfalten können. Dieses neue Selbstbewusstsein soll Europa als handlungsfähige Macht positionieren.

Europäische Stärke entwickeln

Merz betont drei Kernaufgaben für Europa:

  • Sicherheit eigenständig gestalten: Abhängigkeiten reduzieren, technologisch souverän werden und Verteidigungsfähigkeit ausbauen.
  • Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig machen: Die Wachstumslücke zu USA und China schließen.
  • Geschlossenheit bewahren: Nur vereint kann Europa erfolgreich agieren.

Partner, nicht Untergebene der USA

Im Umgang mit den USA setzt Merz auf Souveränität und Zusammenarbeit zugleich. Europa soll Partner sein, nicht Untergebener, betont er, ohne eine Konfrontation zu provozieren. Zugleich kritisiert er herabsetzende Aussagen amerikanischer Politiker zur Rolle europäischer Truppen in globalen Einsätzen.

Normative Alternative zur Autokratie

Europa positioniert sich laut Merz als Modell für Demokratie, Stabilität und Freiheit. Die Union könne so eine normative Alternative zu Imperialismus und Autokratie bieten, die weltweit von aufstrebenden Demokratien geschätzt werde.

Das neue Selbstbewusstsein Europas sei kein Selbstzweck, sondern Grundlage für eine aktive Rolle auf der Weltbühne – in Sicherheit, Wirtschaft und Diplomatie.

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