Laschet warnt vor Zerfall der NATO ohne die USA

Berlin – Der prominente deutsche Politiker Armin Laschet hat sich am Freitag klar für den Erhalt der NATO in enger Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten ausgesprochen. Hintergrund sind neue scharfe Angriffe von Ex-US-Präsident Donald Trump auf das Bündnis sowie die anhaltende politische Krise rund um dessen Forderungen bezüglich Grönlands.

„Europa kann sich allein nicht verteidigen“

In einem Interview mit dem Fernsehsender RTL erklärte Laschet, ehemaliger Vorsitzender der CDU, dass ein Austritt der USA aus der NATO dramatische Folgen hätte. „Sollten die Amerikaner morgen aus der NATO austreten, wäre Europa nicht in der Lage, sich eigenständig zu verteidigen“, warnte er.

Aus diesem Grund müsse die Zusammenarbeit mit Washington so lange wie möglich fortgesetzt werden. Parallel dazu sei es jedoch zwingend notwendig, eine eigenständige europäische Verteidigungsfähigkeit aufzubauen.

Laschets Rolle in der deutschen Außenpolitik

Laschet gehört der CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz an und steht derzeit an der Spitze des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages. Zuvor war er Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und trat bei der Bundestagswahl 2021 als Kanzlerkandidat der Union gegen Olaf Scholz an.

Dialog mit Russland als Schlüssel?

Mit Blick auf den Ukraine-Krieg betonte Laschet die Notwendigkeit eines politischen Dialogs mit Russland. Europa könne keinen Einfluss auf den Kriegsverlauf nehmen, solange es im Gegensatz zu den USA keinerlei direkte Gespräche mit Moskau führe.

Auf die Frage nach der Nähe eines möglichen Friedens antwortete er zurückhaltend: „Wir wissen es nicht – und wir Europäer wissen es besonders nicht, weil wir nicht mit Russland sprechen.“

Trump verschärft Angriffe auf das Bündnis

Zuvor hatte Donald Trump über seine Plattform Truth Social erneut scharf gegen die NATO ausgeteilt. Er schlug provokant vor, die Beistandsklausel nach Artikel 5 zu testen, um die Südgrenze der USA gegen illegale Migration abzusichern.

Artikel 5 des NATO-Vertrags besagt, dass ein bewaffneter Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle gewertet wird und eine gemeinsame Reaktion auslöst.

„Ohne mich gäbe es die NATO nicht mehr“

In weiteren Aussagen behauptete Trump, die NATO vor dem „Mülleimer der Geschichte“ gerettet zu haben. Er kritisierte erneut, dass viele Bündnispartner im Ernstfall nicht bereit seien, den USA beizustehen.

Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit erhöht Trump den Druck auf die NATO-Staaten, ihre Verteidigungsausgaben deutlich anzuheben – mit messbarem Erfolg: Die meisten Mitgliedsländer haben ihre Verpflichtungen inzwischen ausgeweitet.

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