⚠️ Armee meldet Kontrolle über Sheikh-Maqsoud – Kämpfe halten an
Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben am frühen Samstagmorgen mehr als 90 Prozent des Stadtteils Sheikh Maqsoud in Aleppo unter Kontrolle gebracht. Vorausgegangen war das Scheitern eines Abkommens zur Räumung des Viertels von bewaffneten Einheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF/QSD), die weiterhin dort präsent gewesen sein sollen.
Militärische Quellen erklärten, während der Gefechte seien mehrere SDF-Kämpfer festgenommen worden. Zudem habe die Armee schwere und mittlere Waffen, große Mengen Munition sowie Sprengsätze sichergestellt und zahlreiche Minen in den Straßen des Viertels entschärft.
📌 Ultimatum und humanitäre Korridore
Die syrische Militärführung betonte, der einzig verbleibende Ausweg für bewaffnete Gruppen in Sheikh Maqsoud sei die sofortige Niederlegung der Waffen und die Übergabe an die nächstgelegene Militärstelle – unter Garantie von Leben und Sicherheit.
Gleichzeitig wurde ein humanitärer Korridor geöffnet, um Zivilisten den sicheren Abzug in andere Stadtteile Aleppos zu ermöglichen. Laut Behörden erfolge das vorsichtige Vorgehen der Armee aus Rücksicht auf die Bevölkerung und zur Wiederherstellung staatlicher Ordnung.
🔥 Gegenseitige Anschuldigungen
Während staatliche Medien von deutlichen Geländegewinnen berichten, erklärte das Medienzentrum der SDF, man habe eine Panzerstellung zerstört und eine Angriffsdrohne abgeschossen. Zudem wies die SDF Vorwürfe zurück, zivile Ziele in Aleppo angegriffen zu haben.
Nach Angaben privater Quellen verließen unterdessen mehrere SDF-Kämpfer den Stadtteil in Richtung Deir Hafir im Osten der Provinz Aleppo.
📉 Sicherheitslage und zivile Opfer
Die Sicherheitslage in Aleppo bleibt angespannt. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur SANA stieg die Zahl der getöteten Zivilisten infolge des Beschusses auf 23 Tote, mindestens 104 Menschen wurden verletzt. Rund 155.000 Bewohner seien aus Sheikh Maqsoud und Ashrafieh geflohen.
Zusätzlich meldeten medizinische Quellen Verletzte nach Drohnenangriffen auf die Viertel Firdous und Neu-Aleppo. Die Zivilluftfahrt setzte den Betrieb am Flughafen Aleppo vorübergehend aus.
🎥 Video: Lageeinschätzung aus Aleppo
🌍 Internationale Reaktionen
Der US-Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack, rief zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen auf und erklärte, Washington sei bereit, einen Dialog zwischen Damaskus und der SDF zu vermitteln. Ziel sei eine vollständige und verantwortungsvolle Integration der SDF in den syrischen Staat.
Auch Jordanien und die USA betonten ihre Unterstützung für die Umsetzung des Abkommens vom 10. März 2025, das die Eingliederung der kurdischen Selbstverwaltungsstrukturen in staatliche Institutionen vorsieht.
👥 Stimmen der Vertriebenen
Viele Bewohner warten weiterhin auf eine Rückkehr. „Ich bin seit vier Tagen vertrieben und weiß nicht, ob wir heute nach Hause dürfen“, sagte der 60-jährige Anwohner Imad al-Ahmad. Andere Familien berichten von dramatischen Szenen bei der Evakuierung, während Kinder und ältere Menschen unter freiem Himmel ausharren.
🔎 Hintergrund
Die Kämpfe in Aleppo stehen im Zusammenhang mit festgefahrenen Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der kurdischen Selbstverwaltung. Während die SDF auf dezentrale Verwaltungsstrukturen pocht, lehnt Damaskus weitreichende Autonomierechte bislang ab.



