Live-Hack beim Chaos Communication Congress: Aktivistin löscht White-Supremacy-Websites
Hamburg – Bei einem der wichtigsten Hacker-Kongresse Deutschlands, dem Chaos Communication Congress (CCC), sorgte eine Aktivistin für Aufsehen: Unter dem Pseudonym Martha Root löschte sie während ihrer Präsentation drei Websites, die White-Supremacy-Gruppen zugeordnet sind, live vor Publikum.
Die Aktion auf der Bühne
Root trat in einem Pink Ranger-Kostüm aus der Serie Power Rangers auf und entfernte die Server von WhiteDate, WhiteChild und WhiteDeal. Ihre Präsentation fand im Rahmen einer Diskussion über digitale Sicherheit und Hassrede im Internet statt. Begleitet wurde sie von den Journalistinnen Eva Hofmann und Christian Fuchs, die zuvor investigativ über diese Plattformen für die Die Zeit berichteten.
Daten und Sicherheitsrisiken
Root veröffentlichte außerdem Daten aus WhiteDate und wies auf erhebliche Sicherheitslücken hin. Nutzerbilder enthielten exakte Standortinformationen, was die Privatsphäre der Betroffenen gefährdete. Die Daten umfassten über 6500 Profile, von denen 86% männlich und 14% weiblich waren. E-Mail-Adressen, Passwörter oder private Nachrichten wurden nicht offengelegt.
Technik hinter dem Hack
Teilweise nutzte Root KI-gestützte Chatbots, um die Sicherheitsprüfungen der Websites zu umgehen. Die gemeinnützige Organisation DDoSecrets erhielt die Daten und veröffentlichte diese nicht öffentlich, sondern stellt sie auf Anfrage Journalisten und Forschern zur Verfügung unter dem Projekt WhiteLeaks.
Reaktionen und Debatte
Die Betreiber der Websites bezeichneten die Aktion als „Cyberterrorismus“ und drohten mit Gegenmaßnahmen. Die Sicherheits- und Hacker-Community diskutiert seitdem über die Grenzen von Aktivismus im digitalen Raum: Für einige ist es ein politisches Statement gegen Hass, für andere ein klarer Rechtsverstoß.



